Rückblick Trainerausbildung Sommerakademie 2018

Trainerausbildung Sommerakademievon Albert Glossner

Vom 6.-25. August fand wieder eine Trainerausbildung Sommerakademie statt. Das war die insgesamt 14. Sommerakademie, mittlerweile zum 6. Mal in Oberbayern am Sylvensteinstausee. 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit dabei.

Was war diesmal besonders? 

 

Häufig bezeichne ich die Trainerausbildung Sommerakademie als den „Höhepunkt meines Arbeitsjahres“. Ich liebe es, Menschen in der 3-wöchigen Trainerausbildung intensiv zu begleiten und habe in den vergangenen Jahren das Tagungshotel am Sylvensteinsee und die dortige Umgebung zu schätzen gelernt. Der Seminarraum bietet gerade in einem heißen Sommer ein sehr angenehmes Raumklima. Und die vielfältigen Möglichkeiten, welche die umgebende Natur bietet, unterstützen die intensive Lerndichte der Ausbildung. Was waren die Besonderheiten dieses Jahres?

 

Trainerausbildung Sommerakademie 2018

Die Teilnehmer

8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dabei, 4 Männer, 4 Frauen. Eine Besonderheit dieser Gruppe war, dass zwar die Trainertätigkeit für den größeren Teil von ihnen neu war, dass aber diesmal das Niveau der Studienabschlüsse, Qualifikationen und der beruflichen Erfahrung durchweg sehr hoch war. Dies hat sich zu Beginn schon in einer Freude am Hinterfragen, Nachfragen und Weiterdenken geäußert. Als Konsequenz hatte ich gerade in den ersten Tagen damit zu tun, das inhaltlich recht volle Programm im gesetzten Zeitrahmen zu vermitteln.

Um die Ressource der Gruppe besser zu nutzen und auch um mich selbst zu entlasten, habe ich dann am 2. und 3. Tag das Buddy-Prinzip eingeführt. Ziel war, einen Partner zu finden, der als Feedbackgeber für die eigene Projektarbeit dient. Die Arbeit mit Buddies habe ich in der Sommerakademie erstmalig genutzt und es hat sich bewährt: Natürlich arbeiten manche Paare sehr intensiv und manche weniger intensiv zusammen. In Gesprächen und auch im abschließenden Feedback haben viele betont, wie unterstützend auch die Arbeit mit dem jeweiligen Buddy war.

Als sehr stark habe ich in dieser Akademie auch den Austausch der Teilnehmer untereinander erlebt. Es gab viele gemeinsame Aktivitäten, Gespräche und abendliche Verabredungen in stets wechselnder Zusammensetzung. Sowohl zwischendurch als auch im Feedback haben alle Teilnehmenden immer wieder betont, wie wichtig ihnen der Austausch untereinander und das Lernen voneinander war.

Trainerausbildung Sommerakademie 2018

Sylvensteinstausee


Das Konzept

Wenn ich Freunden oder Trainern von der Sommerakademie erzähle, dann erhalte ich meist eine verwunderte Rückfrage: „3 Wochen, ist das nicht total lange? Und wie machst du das als Trainer?“ Ja, drei Wochen sind schon eine lange Zeit, wobei die Frage für mich nicht ist, wie wir die Zeit füllen, sondern welche Inhalte wir auswählen, um die Dichte der Zeit am besten zu nutzen. Und da haben wir im Lauf der Jahre viel gelernt und weiterentwickelt.

So stehen in den ersten Tagen viele theoretische Inhalte im Mittelpunkt, dann das Erleben unterschiedlichster Methoden, und dann wird in der 2. und 3. Woche der Anteil des selbst Erprobens und des Lernens am Feedback immer größer. Dieses Konzept hat sich bewährt, so dass es gelingt, über die ganzen drei Wochen eine gute Dramaturgie zu halten.

Es war jetzt das 2.Mal, dass ich die Teilnehmenden am Nachmittag des ersten Tages mit folgender Aufgabe konfrontiere: „Was möchtest du als Trainerin / Trainer in die Welt bringen? Bereite eine kurze Präsentation (ca. 3 min) dazu vor und nutze dabei auch eine Visualisierung / einen Gegensand.“ Ich schätze an dieser Aufgabe, dass sich Teilnehmer gleich zu Beginn mit ihrer eigentlichen Mission verbinden und bin immer wieder erstaunt, welche klaren und oft auch bewegenden Statements ich hier höre. Diese reichen beispielsweise von „als Trainer Spuren hinterlassen“ über „Unternehmen unterstützen, Nachhaltigkeit in ihr Denken und Handeln zu integrieren“ zu „weibliches Wissen in Change-Prozessen zu nutzen“.

Ein neuer Schwerpunkt ist am Ende der 2. Woche das Thema Rolle und Person. Damit verbunden sind die Themen Rollen- und Personenbeziehung, Rang und Rolle und das Konzept des inneren / äußeren Status. Diese Konzepte ermöglichen ein wesentlich klareres Verständnis davon, was auf der Beziehungsebene in Gruppen passiert. Und dieses Verständnis ermöglicht einen leichteren Umgang mit gruppendynamisch anspruchsvollen Situationen. Diese zeichnen sich meist dadurch aus, dass persönliche Konflikte mit Rang-und Rollenthemen vermischt sind. Hier hat das neue Trainerausbildungs-Modul „Gruppe und Team“ auf die Konzeption der Sommerakademie ausgestrahlt und aus den Rückmeldungen der Teilnehmer habe ich entnommen, dass dies eine wertvolle Ergänzung darstellt.

Neu ist auch die Gestaltung des halben Tages „Naturerleben“, der am Abschluss der Woche 2 steht. Hier setze ich eine Einheit „Die Natur als Lehrmeisterin“ ein, die ich im Rahmen der Ausbildung Positive Psychologie erstmalig entwickelt und eingesetzt habe. Für mich war schön zu erleben, dass einige Teilnehmer im Abschluss gerade diesen Nachmittag in der Natur und die damit verbundene Lernaufgabe als besonders wertvoll bewertet haben.


Das Trainerteam

Seit einigen Jahren ist das Trainerteam in der Sommerakademie auf 3 Trainer begrenzt und dies hat sich gut bewährt. Erstmalig waren dies in der Sommerakademie Marion Kellner-Lewandowsky, Elisabeth Penselin und ich.

Meine Rolle besteht vorwiegend darin, die einzelne Person, die Projektarbeiten und die Gruppenbeziehung im Fokus zu haben. Dazu gestalte ich den Anfang, das Ende und den Themenblock Seminare leiten, in dem es um die Konzeption der Trainings geht.

In der 2. Ausbildungswoche, in der erfahrungsgemäß persönliche Themen aber auch Beziehung in der Gruppe für den Lernprozess immer wichtiger werden, ist es hilfreich, wenn ich als Trainer mit den Themen Person und Rolle, Feedback, Rollenspiele und Gruppendynamik präsent bin und die Möglichkeit besteht, auch auf theoretischer Ebene zu reflektieren, was praktisch in der Gruppe geschieht.

Trainerausbildung Sommerakademie 2018Ein weiterer wesentlicher Beitrag von mir ist, dass ich den größten Teil der Coachinggespräche durchführe. Jeder Teilnehmer kann ein Einzelgespräch pro Woche wahrnehmen, um entweder persönliche Themen zu reflektieren oder um die Projektarbeit zu besprechen.

Auch in diesem Jahr wurde das Angebot der individuellen Coachings intensiv genutzt und von den meisten Teilnehmern als sehr wertvoller Bestandteil der Akademie geschätzt.

 

Marion war diesmal 8 Tage mit dabei und hat in dieser Zeit als Trainerin das Modul Zaubern Ende der ersten Woche und den Themenblock Präsentieren in der ersten Hälfte der zweiten Woche gestaltet.

Elisabeth war in der dritten Woche mit dabei und hat Moderieren geleitet und war als zweite Trainerin bei den Abschlusspräsentationen dabei.

Diese Aufteilung hat sich – so meine Sicht – sehr gut bewährt, so dass wir den Trainereinsatz und die Themenverteilung für die Sommerakademie 2019 schon entsprechend geplant haben.


Ich selbst

In den ersten Akademien habe ich es öfters erlebt, dass ich mit meiner Kraftressource an ein Limit gekommen bin und zwischendurch Momente der starken Erschöpfung erlebt habe. Seit einigen Jahren ist daher für mich ein wichtiges Ziel, gut mit meinen Ressourcen umzugehen und darauf zu achten, dass ich in einem kraftvollen Zustand über die gesamten drei Wochen bleibe. Und ich freue mich darüber, dass mir das so gut gelungen ist. Was mir dabei geholfen hat, ist zum einen die lange Mittagspause von 2 Stunden, die auch die Teilnehmer sehr schätzen und zum anderen den einen oder anderen freien Tag für mich, an denen ich in den Bergen wandere und in der Natur Kraft tanke.

So freue ich mich jetzt schon auf die nächste Winterakademie in Pößneck und auch wieder auf die Sommerakademie am Sylvensteinstausee.


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