von Albert Glossner, 25. März 2025
Zugegeben: die Erstellung eines Trainerleitfadens ist eine aufwändige Arbeit. Viele Trainer arbeiten auch ohne dieses Arbeitsmittel. Es gibt aber einige Argumente, die für den Einsatz eines Trainerleitfadens sprechen:
Fazit: Wenn klar ist, dass ich das gleiche Training mehrfach halte, lohnt sich die Arbeit, einen Leitfaden zu erstellen. Gleiches gilt, wenn mehrere Trainerinnen zusammenarbeiten und/oder sich vertreten sollen.
In der Praxis existieren verschieden Versionen, wie Trainerleitfäden aufgebaut sind. Bei abb-seminare haben wir uns vor etlichen Jahren dafür entschieden, mit einer Excel-Vorlage zu arbeiten. Der Vorteil hierbei ist, dass sich die Zeiten bei einer Änderung oder Überarbeitung automatisch summieren.
In dieser Vorlage spiegeln sich die drei Schritte wider, die wir zur Seminarplanung empfehlen.
Der erste Schritt ist, die wesentlichen Lernziele (Groblernziele) des Trainings zu erarbeiten. Hier empfehlen wir, mit etwa 4-6 Zielen zu arbeiten. Diese Ziele sollten einerseits so konkret wie möglich formuliert sein, andererseits auch die Zielsetzung des gesamten Trainings abdecken. Zur Erarbeitung der Lernziele ist die Frage hilfreich: Was sollen deine Teilnehmenden am Ende des Training wissen (kognitive Ebene), was sollen sie konkret können (Verhaltensebene) und wie soll sich die Einstellung deiner Teilnehmenden entwickelt haben (affektive Ebene)
Die Lernziele kannst du in das Tabellenblatt „Ziele und Grobplanung“ übernehmen.
Der zweite Schritt ist, ausgehend von der Zielsetzung und dem zeitlichen Format, eine Grobplanung mit mehreren Seminareinheiten (Modulen) zu entwickeln. Jedes Modul umfasst eine Einheit von 30 min bis 3 Stunden, meist 1-1,5 Stunden. Ein Training kann, je nach Dauer, 3, 4, 5, 6, 7 oder noch mehr Module enthalten. Für Erarbeitung dieser Grobplanung ist für viele Trainer Mindmapping als Arbeitsweise sehr hilfreich.
Auch dieses Arbeitsergebnis kannst du in das Tabellenblatt „Ziele und Grobplanung“ übernehmen. An dieser Stelle empfiehlt sich, für jede Seminareinheit (Modul) ein Lernziel zu formulieren.
Nun werden Module und Lernziele automatisch auf die folgenden Tabellenblätter übertragen und jedes weitere Tabellenblatt steht für eine eigene Seminareinheit (Modul).
Im dritten Schritt geht es darum, die Feinplanung für jede Seminareinheit / Modul zu erarbeiten. Diese Feinplanung hat folgende Spalten: Zeit / Dauer / Thema / Wer macht was / Phase / Methode / Visualisierung.
Für jede Seminareinheit / Modul deines Trainings erarbeitest du eine eigene Feinplanung. Für jede Seminareinheit nutzt du ein eigenes Tabellenblatt. Hier die Nutzung der Spalten im Einzelnen:
Am Ende lösche die Tabellenblätter, die du nicht benötigst.
Natürlich steht es dir frei, diese Vorlage auf deine eigene Situation anzupassen. Andere Leitfäden arbeiten teilweise mit anderen Spaltenbezeichnungen. Wie auch immer ein Trainerleitfaden genau aufgebaut ist, wesentliches Prinzip ist, Zeit, Inhalte, Methoden und Materialien in Form einer Tabelle zu dokumentieren und dadurch das eigene Training konsequent zu überdenken.
Die Arbeit mit dem Trainerleitfaden ist zentrales Thema des Moduls „Seminare designen“ der abb-Trainerausbildung.
Im 4-tägigen Modul Seminare designen der abb- Trainerausbildung lernst du, wie du ein eigenes Training konzipierst und dabei zielgerichtet und effizient vorgehst. Du arbeitest in diesem Modul an einem eigenen Trainingskonzept. Dabei nutzt du die Excel-Vorlage Trainerleitfaden und erhältst zu jedem Arbeitsschritt eine Vielzahl von Hinweisen, Tipps und individuelle Rückmeldung zu deinem Arbeitsergebnis.
Das Modul Seminare designen findet zweimal jährlich als Online-Training statt.


über den Autor
Albert Glossner ist Diplom-Psychologe, Trainer und Geschäftsführer der abb-seminare. Seit 1991 ist er in der Aus- und Weiterbildung von Trainer*innen tätig und hat maßgeblich die Trainerausbildung der abb-seminare konzipiert und weiterentwickelt.
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