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Zukunft des Lernens

Die Zukunft des Lernens

von Marion Kellner-Lewandowsky, 04. Februar 2021

Das letzte Jahr hat die meisten von uns Aktiven im Bildungsbereich ordentlich durcheinandergewirbelt. Diejenigen, die bislang stark im Präsenztraining aktiv waren, mussten mit ansehen, wie Seminare, Workshops und auch Coachings im besten Falle verschoben, häufiger aber abgesagt wurden. Diejenigen, welche bereits viele Jahre online gut aufgestellt waren, durften plötzlich eine Flut von Anfragen zur Online-Trainer-Ausbildung und anderen Onlineangeboten bewältigen.

Neben dem Blick auf unser eigenes Tun konnten wir das Ringen um den richtigen Weg im gesamten Bildungsbereich beobachten und – wer schulpflichtige Kinder hat – hautnah miterleben. Auch da war und ist das Spannungsfeld groß zwischen denen, die an oberster Stelle zentral entscheiden (wollen) und lange an den alten Modellen (Präsenzunterricht) festhielten und denen, die teils auch in eigeninitiative an den Schulen gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrkräften passende Lösungen und flexible Modelle für neues Lernen finden konnten. Vielerorts scheitert(e) der Onlineunterricht an der digitalen Ausstattung der Schulen, am verfügbaren WLAN und so manches Mal an der digitalen Kompetenz von Lehrkräften. Die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte in diesem Entwicklungsbereich wurden wie unter einem Brennglas sichtbar. Andererseits wird Eltern noch jetzt viel zu selbstverständlich die Lernbegleitung ihrer Kinder im Onlineunterricht zugemutet, weil es eben nicht reicht, einen Menschen vor einen Laptop zu setzen, um gut zu lernen. 

Alles in allem: eine sehr ereignisreiche Zeit, welche es jetzt und in der Rückschau unbedingt zu reflektieren gilt und aus der hoffentlich die richtigen Schlüsse gezogen werden.
Ich möchte hier ein paar Schlussfolgerungen für unsere Arbeit als Trainerinnen und Trainer ziehen und den Blick auf die Zukunft des Lernens in unserem Aufgabenfeld werfen. Schon immer haben wir bei abb diesen Blick geworfen und im Trainer-Excellenz-Programm widme ich diesem Thema einen ganzen Tag. Im aktuellen Programm wird dieser Tag auch mit den neuen Aspekten aus dieser bewegenden Zeit bereichert werden.  

Wie wird also das Lernen in der Zukunft aussehen? Wie wird unsere Arbeit als Trainer*innen in der Zukunft aussehen?

Auch ich kann dazu nur Vermutungen anstellen, hängt die tatsächliche Entwicklung doch von vielen Faktoren und Menschen ab. Ich möchte aber auf die Zukunft vorbereitet sein und - vor allem - die Zukunft mit gestalten. Darum habe ich mir zur Zukunft des Lernens folgende Gedanken gemacht:

These 1: Der Wandel zum Digitalen wird sich nicht zurückdrehen! 
 

Der Schub, den diese Lockdown-Zeit den digitalen Formaten im Lernen gegeben hat, war längst überfällig. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, Grundschulkinder, die mit einem Smartphone im Schulrucksack in die Schule kommen, vor einer grünen Kreidetafel zu unterrichten. 

Die Arbeit mit Flipchart und Pinnwand in einem Präsenztraining mag schön und ansprechend wirken. Wir können uns aber den digitalen Anforderungen nicht mehr verschließen und müssen neue Medien wie E-Flips und moderne Apps in unsere Arbeit mit einbinden. Nachdem ich meine Trainingsformate mittlerweile fast alle in Onlinemedien überführt habe, frage ich mich, ob ich die Schlepperei von Flipcharts und Co zukünftig überhaupt noch möchte.  

Nicht selten empfanden wir die Präsenz-Trainingswochen bei abb als Auszeit vom Alltag. Kritisch und unter dem Aspekt des Klimawandels muss man solche Formate auch hinsichtlich Ökologie und Wirtschaftlichkeit betrachten. Sie verursachen viel Zeit und Geld durch das Überwinden weiter Strecken mit Auto oder öffentlichem Nahverkehr. Die Teilnehmer*innen fehlen längerfristig im Arbeitsprozess oder würden vieles gern besser mit Arbeit und Familie in Balance bringen können.

Solche Formate sollten daher ausschließlich dann eingesetzt werden, wenn eine intensive persönliche Auseinandersetzung zum Beispiel zur Entwicklung der Trainerpersönlichkeit erforderlich ist, welche so online nicht in derselben Tiefe und Qualität gelingen kann.  

Präsenz erscheint mir aber nicht mehr passend für die schnelle Wissensvermittlung und den sachlichen Austausch im Kurzformat, wie ihn mittlerweile viele Firmen wünschen. Dafür haben sich Formate des Onlinetrainings oder – wie bei abb – die eLABs bewährt. Auch kurze Lehrfilme, Live-Online-Learning-Nuggets oder Micro-Teaching sollten hier besser zum Einsatz kommen. 


Unsere Lerner*innen von morgen werden hoffentlich den souveränen Umgang mit der Wissensbeschaffung als Digital Native von klein auf geübt haben. Sie haben bestenfalls erlebt, dass Erklärvideos im Netz ein besseres Mathematik-Verständnis vermitteln, als Lehrkräfte oder Eltern dies können. Und das alles Wissen nur einen Klick im Netz entfernt ist. Warum also sollen sie zu einem Seminar fahren, um Wissen zu erhalten, was besser im Netz zu finden sein wird?

Wir müssen uns also darauf vorbereiten, Wissensvermittlung stärker in passende digitale Angebote packen oder entsprechende Angebote mit unserer Arbeit zu verknüpfen.

These 2: Es gibt dennoch eine Menge, was man nicht digital lernen kann! 
 

Präsenzangebote müssen zukünftig darauf abzielen, genau an den Stellen anzusetzen, wo digitale Formate weniger wirksam sind. Ja, ich sage immer: „Es ist aktuell keine Frage: OB wir alles Online machen können, sondern WIE wir es unseren Ansprüchen entsprechend gut machen können.“ Dennoch glaube ich, dass sich zukünftig mehr und mehr zeigen wird, was nicht so gut gelingt im Onlineformat.  

Lernende haben hinter ihren Bildschirmen – trotz allem Wirken von Lehrenden – eine gute Möglichkeit, distanzierter und passiver zu bleiben. Während im Präsenzformat die intensive Auseinandersetzung mit dem Trainierenden und den anderen Teilnehmer*innen immer Teil des Lernformates ist, kann sich der Einzelne online dem gut verschließen. Da gibt es weniger Pausengespräche, die körperliche Präsenz der Anderen ist ausgeschaltet, am Ende der Lerneinheit schaltet man das Gerät einfach ab und ist wieder ganz bei sich.  


Was online also in der Tiefe fehlt, ist die intensive Reibung in der Gruppe, das Erlernen sozialer und persönlicher Kompetenzen, das Herausfordern aus der Komfortzone durch den Trainierenden und das direkte Hindurchführen durch Themen, die auch mal „schmerzhaft“ sind. Echtes Training also. Wie bei einem Personal Trainer im Sport, der den Sportler auch besser direkt anfeuert, als aus einer App Punkte zu vergeben.

Wir müssen uns also überlegen, an welchen Stellen im Lernprozess unsere Arbeit als Trainer*in wirklich in Präsenz gefordert ist. Überall dort, wo es tiefe, echte Auseinandersetzung und soziales Miteinander bedarf, bleibt Präsenz die bessere Alternative. An diesen Stellen braucht es dann von uns passgenaue Angebote, die Lernenden helfen, ihre Entwicklung auf den Ebenen der emotionalen und psychomotorischen Lernziele sowie im sozialen Kontext voranzubringen.   

These 3: Lernprozesse statt Einzelmaßnahmen!
 

Das Thema der Lernprozesse haben wir schon in den letzten Jahren im Trainer-Excellenz-Programm bearbeitet und beispielsweise durch die Erweiterung mit Pre- und Postprozessen im Lernprozess gestaltet. 

Dennoch war und ist Lernen in der Erwachsenenbildung noch zu stark auf Einzelmaßnahmen ausgelegt: mal ein Seminar zu Führung, mal eines zu Kommunikation und noch eines zu Stressmanagement.  

Es ärgert mich regelmäßig, dass wir mit all den Themen in den Unternehmen gefühlt niemals über eine „Basisbesohlung“ hinauskommen. Grundlagen der Kommunikation zum 100sten Male.

Und schon gar nicht haben wir Möglichkeiten im Angebot, gemäß dem Stärkenansatz der Positiven Psychologie Menschen in ihren Stärken auf Höchstlevel zu bringen. Die meisten Maßnahmen sollen die heterogene Masse auf ein gemeinsames Minimallevel bringen.  

Hier wünsche ich mir Lernprozesse, welche – wenn schon nicht lebenslang – zumindest in Verbindung mit einer Stelle, Rolle oder Position langfristige Kompetenzentwicklung unterstützen. Wir Trainer*innen müssen die Experten sein, welche Menschen und Organisationen bei der Bedarfsanalyse und der Festlegung solcher Kompetenzentwicklungspfade beratend zur Seite stehen.  


Wir sind die Experten, welche Lernpfade zielgerichtet konzipieren können und bei der Entscheidung, ob ein Teilprozess besser effizient-digital oder Intensiv-in-Präsenz durchgeführt werden sollte, helfen können. Wir sollten eine Vielfalt von Lernangeboten für die unterschiedlichsten Einstiegsniveaus konzipieren und den Lernenden helfen, ihren passenden Einstieg und Weg zu finden. Wir können die Sparringspartner sein, die im Lernprozess auch bis zum High-Level herausfordern.

Dafür müssen wir methodisch fit, kompetent und bereit sein. Vielleicht kann Eine/r allein diese Herausforderung nicht in Gänze stemmen. Darum sollten wir vernetzt und kooperativ arbeiten und so jede/r den Platz in der Lernbegleitung finden, an dem wir unsere Stärken am besten ausleben können.

Fazit 

Ich hätte noch eine Menge anderer Thesen und Ideen für die Zukunft des Lernens, welche ich gestalten möchte. Hier möchte ich aber in den Austausch treten: Welche Zukunft siehst du? Welche möchtest du gestalten?  

In unserer Woche 2 des Trainer-Excellenz-Programms werden wir anhand dir oben gezeigten Futur-Learning-Canvas und in einem dem Design Thinking angelegten Prozess dieses Thema intensiv bearbeiten.

Bei den Impulstagen freue ich mich im Rahmen eines kleinen anderthalbstündigen Workshops auf einen Austausch zu diesem Thema mit dir.

Herzliche Grüße 

Marion 


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