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Die Lücke schließen

von Christian Rosenblatt, 23. März 2022

Das Interesse an Aufstellungsformaten hat in den letzten Jahren bei NLP-Anwendern stark zugenommen. Warum Aufstellungsarbeit bei NLPlern so beliebt ist und unter welchen Voraussetzungen Aufstellungsarbeit den NLP-Ansatz sinnvoll ergänzen kann beschreibt Christian Rosenblatt in folgendem Beitrag.

Viele erfahrene NLP-Anwender experimentieren mit Aufstellungen oder belegen einschlägige Fortbildungsangebote. Dabei werden NLP und Aufstellungsarbeit oftmals als zwei nebeneinander existierende Methoden betrachtet, die sich in der Praxis auf unterschiedliche Weise als nützlich erweisen. Selten wird jedoch die Frage gestellt, ob und wie die beiden Ansätze überhaupt zusammenpassen.

Die Faszination von Aufstellungen

Bevor wir die Kompatibilität von NLP und Aufstellung untersuchen, möchte ich der Frage nachgehen, wie eigentlich dieses außergewöhnliche Interesse der NLP-Community an Aufstellungsarbeit zu erklären ist. Haben wir NLPler denn nicht bereits ausreichend Modelle und Formate in unserem Methodenkoffer, um mit einer großen Vielfalt von Anliegen in den unterschiedlichsten Kontexten arbeiten zu können?

Zunächst einmal: Eine Aufstellung übt auf nahezu jeden, der sie zum ersten Mal erlebt, eine große Faszination aus. Was in einer Aufstellung geschieht lässt sich sehr schwer verstehen und noch schwerer in Worte fassen. Wieso spüren Stellvertreter in einer Aufstellung beispielsweise körperliche Symptome, die in eindeutigem Zusammenhang mit Krankheiten der vertretenen Person stehen? Und dies, obwohl sie diese gar nicht kennen und auch anderweitig keine Informationen dazu haben können?

Einige der unglaublich anmutenden Phänomene konnte die Aufstellungsforschung bereits entschlüsseln. Dennoch geht von nahezu jeder gelungenen Aufstellung nach wie vor ein ganz besonderer Zauber aus und ermöglicht erstaunliche Einsichten. Kein Wunder also, dass jemand, der bereits eine gewisse Prozesskompetenz mitbringt, rasch den Wunsch in sich verspürt, den Aufstellungsansatz tiefer zu ergründen und schließlich auch anzuwenden.

Die Sehnsucht des NLPlers nach System

Gibt es vielleicht auch noch andere, spezifischere Gründe dafür, warum sich so viele NLP-Anwender zu Aufstellungen hingezogen fühlen? Was bleibt in der Beschäftigung mit NLP noch offen? Welche Fragen und Bedürfnisse noch unbeantwortet?

NLP ist im Kern ein streng individuumzentrierter Ansatz. Der frühe Geist des NLP zielte im Wesentlichen auf die Herausbildung von „Excellence“, die der Einzelne für sich erreichen soll. Dieser Ansatz ist auch heute noch sehr verbreitet. Viele NLP-Anwender nutzen diesen Weg um für sich und andere mehr Erfolg zu generieren. Doch „mehr Erfolg“ bedeutet nicht zwangsläufig auch „mehr Sinn“. Joseph o’Connor, einer der bekanntesten und altgedienten Vertreter des europäischen NLP stellte vor vielen Jahren in einer Keynote anlässlich der Eröffnung eines DVNLP-Kongresses dem verdutzten Publikum einmal die Frage, ob wir denn wirklich glauben würden, dass ein NLP-mäßig „wohlgeformtes“ Ziel automatisch auch ein „gutes“ Ziel sei.

Klassisches NLP, wie es ursprünglich von Bandler und Grinder entwickelt wurde, hielt kaum Antworten auf die Grundfragen des Lebens bereit. Mittlerweile hat sich manches zwar weiterentwickelt: Seit Robert Dilts seinem Modell der Logischen Ebenen die Ebene „Spiritualität“ hinzugefügt hat, gab es immer wieder Versuche, den NLP-Kanon auch um entsprechende methodische Ansätze zu ergänzen. Viele dieser Vorstöße machten auf mich allerdings einen rührend bemühten und gestelzten Eindruck oder nahmen unreflektiert Anleihen aus anderen Methodenwelten, so zum Beispiel auch aus dem Bereich der Aufstellungen.

Eine Lücke, die auch nach intensiver Beschäftigung mit klassischem NLP noch offen bleibt, ist die mangelnde Konsequenz und Tiefe, mit der systemische Fragestellungen durchdrungen werden. Systemische Ansätze spielen im NLP ja durchaus eine gewisse Rolle: Zum Beispiel um die ökologische Verträglichkeit einer Veränderung abzusichern oder um die Interaktion innerer Teile so zu ordnen, dass sie effizienter miteinander kommunizieren. Der systemische Gedanke wird genutzt - das System selbst bleibt als Betrachtungsgegenstand außen vor. Der Blick aufs große Ganze, in dem die Dinge ihren Platz haben und in dem sich alles auf wunderbare Weise in Beziehung setzt wird in NLP-Curricula wenig thematisiert. Der tiefe Sinnrahmen, welchen wir oft nur erahnen und der sich uns selten einmal als Geschenk offenbart ist im klassischen NLP-Ansatz meist nur als „Kontext“ von Interesse.

Manch einer ist am Ende einer grundständigen NLP-Ausbildung systemisch bestenfalls angefixt. Mir selbst war es so ergangen, dass am Ende meiner eigenen Masterausbildung trotz aller Begeisterung für das NLP – für seine Wirksamkeit und Logik, seine Vielfalt und Flexibilität und für seine Einladung zum Spielen und Experimentieren – trotz all dieser Bereicherungen dennoch irgend etwas offengeblieben war. Ich blieb hungrig, mehr darüber zu erfahren, nach welchen Gesetzmäßigkeiten sich zum Beispiel Gemeinschaften bilden und entwickeln und wie all diese großen Unbenennbarkeiten, die uns auf wundersame Weise umgeben und denen wir zugehören, in seiner Gesamtheit funktionieren.

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Als ich vor mehr als 20 Jahren erstmals an einem Aufstellungsseminar teilnahm, begann sich etwas in mir zu schließen. Ich bekam auf einmal Antworten auf Fragen, von denen mir gar nicht bewusst war, dass ich sie hatte. Und ich habe beobachtet, dass es vielen NLPlern ähnlich geht: Geblendet von den Möglichkeiten des NLP vergessen sie den Blick auf tiefere Zusammenhänge zu richten, die im NLP - wenn überhaupt - nur oberflächlich abgebildet werden. Virginia Satir soll einmal sinngemäß gesagt haben, dass Bandler und Grinder die Technik ihrer Arbeit modellieren, die Seele dabei aber vergessen hätten. Diese Lücke vermag Aufstellungsarbeit zu schließen.

Wie kompatibel sind die beiden Ansätze eigentlich?

Mittlerweile gibt es also recht viele leidenschaftliche NLPler, die sich auch mit Aufstellung beschäftigen. Erstaunlich selten aber wird in der Community die Frage nach der methodologischen Kompatibilität der beiden Ansätze gestellt. Ein Diskurs darüber, was die beiden Herangehensweisen eigentlich miteinander verbindet, was sie eventuell auch trennt und wie der eine Ansatz vom anderen her verstanden und ergänzt werden kann hat eben gerade erst begonnen.

Wie wir gesehen haben können Aufstellungen das klassische NLP sinnvoll ergänzen. Damit NLPler in der Anwendung beider Methoden jedoch glaubwürdig, kongruent und authentisch bleiben, ist es hilfreich, nach einem Rahmen zu suchen, der beide Ansätze miteinander vereint. Aber Aufstellung ist nicht gleich Aufstellung und die Unterschiede in den Herangehensweisen und Weltbildern innerhalb der Aufstellungslandschaft sind noch größer als jene zwischen NLP-Anwendern. Es lohnt sich also, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Aufstellungsszene etwas genauer zu betrachten um dann die Frage der Kompatibilität differenzierter zu stellen:

Verschiedene Strömungen und Schulen der Aufstellungsarbeit

Bert Hellinger galt lange Zeit als der Begründer der Aufstellungen, obwohl er das für sich selbst so nie in Anspruch genommen hat. Nach eigenem Bekunden erlebte Hellinger Aufstellungen erstmals bei Thea Schönfelder, einer Hamburger Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Familientherapie.

Fast alle Aufsteller und Ausbilder der frühen Jahre waren stark von Hellinger beeinflusst und hatten neben methodischen Ansätze auch dessen Weltbilder und Vorannahmen übernommen. Hellinger entwickelte ein differenziertes Konstrukt darüber, was die in einer Aufstellung zu Tage tretenden Phänomene konkret zu bedeuten haben. Der Aufstellungsleiter verfügt über Deutungshoheit. Viele Aufsteller „nach Hellinger“ vermitteln ihre Interpretationen über das, was in einer Aufstellung geschieht nicht als Hypothese, sondern als Wahrheit. Diese in Frage zu stellen kommt mitunter einem Sakrileg gleich.

Im „systemisch-phänomenologischen“ Ansatz, wie Aufstellungsarbeit nach Hellinger heute meist genannt wird, sind die für eine Lösung notwendigen Schritte oftmals festgeschrieben. So wird mitunter behauptet, dass ein Vergewaltigungsopfer erst dann seinen Seelenfrieden wiederfinden kann, wenn es sich innerlich vor dem Täter verneigt. Abgesehen davon, wie man solch eine Aussage moralisch bewerten mag: Diese Herangehensweisen und Aussagen sind in ihrer Rigidität mit NLP-Vorannahmen unvereinbar.

Aufstellungsarbeit wurde in seinen Anfangsjahren hauptsächlich mit der Person Bert Hellinger assoziiert und polarisierte die zum damaligen Zeitpunkt bereits etablierte Szene der Systemtherapeuten. Nach anfänglicher genereller Ablehnung der Arbeit begannen manche jedoch, zwischen Hellinger und der Methode zu unterscheiden. Selbst Gunthard Weber, der sich aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Hellinger zunächst mit seinen Kollegen der renommierten Heidelberger Schule überworfen hatte, distanzierte sich später von ihm und entwickelte neue Ansätze der Aufstellungsarbeit. In der NLP-Szene am bekanntesten sind wohl mittlerweile die „Systemischen Strukturaufstellungen“ von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer. Nachdem das Münchener Therapeutenpaar Aufstellung bei Hellinger kennengelernt hatte, entwickelten sie unter dem Einfluss von Steve de Shazers Kurzzeittherapie und Gunther Schmidts hypnosystemischem Ansatz ein eigenes Verständnis von Aufstellungsarbeit, welches konstruktivistisch geprägt und somit kompatibel mit den Vorannahmen des NLP ist. Aber auch zahlreiche Aufstellungsleiter, die sich Hellinger nach wie vor verbunden fühlen und in dessen Netzwerk gelistet sind, emanzipierten sich in zentralen Sichtweisen. Sie entwickelten einen eigenen Stil, der in vielerlei Hinsicht mit dem NLP vereinbar ist.   

Methodische Verwandtschaft der Ansätze

Trotz unterschiedlichen Settings und Herangehensweisen speisen sich Aufstellungsarbeit und NLP aus gemeinsamen Quellen:

Virginia Satir übte bekanntermaßen großen Einfluss auf die Entwicklung des NLP aus. Die von ihr entwickelte Familienskulptur gilt als einer der zentralen Vorläufer der Aufstellungsarbeit und diente der bereits oben genannten Thea Schönfelder als Grundlage bei der Entwicklung ihres Ansatzes.

Veränderungsarbeit im NLP basiert hauptsächlich auf der Vorstellung, dass durch die Unterstützung des Beraters unbewusste Abläufe („Programme“) verändert werden. Dabei kommen hypnotische Sprachmuster nach Milton Erickson zum Einsatz. Auch Aufstellungen können generell als ein kollektives Trance-Setting beschrieben werden. Hellinger benennt in einem Interview den Einfluss der Hypnotherapie: „Hypnotherapeuten wie Jeff Zeig, Stephen Lankton und auch Stephan Gilligan waren wichtig für mich“. Und auch: „Das, was mit der Erickson’schen Arbeit und dem NLP auftauchte, habe ich sofort aufgegriffen und integriert.“

Soziales Panorama - Aufstellung im Kopf

Durch die Arbeit des niederländischen NLP-Trainers Lucas Derks schließlich wurde ein zentrales Prinzip der Aufstellungsarbeit aus dem NLP heraus verständlich. In seinem Modell des „Sozialen Panorama“ liefert er einen auf NLP-Vorannahmen beruhenden und auf NLP-Methoden zurückgreifenden Erklärungsansatz dafür, warum Aufstellung überhaupt funktioniert. Er legt dar, dass das Erleben von sozialen Beziehungen auf die unbewusste Verortung der Repräsentation anderer Menschen im mentalen Raum zurückzuführen ist. So gesehen stellen wir unser soziales Umfeld permanent mental auf. Die Entdeckungen von Derks schließen damit eine zentrale Lücke im gleichzeitigen Verständnis von Aufstellungsarbeit und NLP.


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