Seminarraum modulare Trainerausbildung
Trainerausbildung
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4 Module a 5 Tage, Auswahl aus 6 möglichen Modulen, flexible Reihenfolge

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Sommerakademie
Trainerausbildung intensiv

3 Wochen in Oberbayern, jährlich im August, DVWO-Zertifikat

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Einführung 2 Tage, Ausbildung in 3 mal 5 Tagen, DACH-PP Zertifikat

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Gruppendynamik online

Gruppendynamik online

von Albert Glossner, 07. Dezember 2020

Noch vor einigen Monaten dachte ich: Das Modul Gruppe und Team im Online-Format - das geht nicht. Mittlerweile erlebte ich, wie die Förderung von Atmosphäre und Gruppenentwicklung auch online nicht nur möglich, sondern unbedingt notwendig ist. Was ich dafür tue und was dies für das Modul „Gruppe und Team“ im Januar 2021 bedeutet, dazu mehr in diesem Beitrag.


Die Bedeutung von „Gruppe“ im Lernprozess


Sowohl Neurowissenschaften als auch aktuelle Forschungen der Positiven Psychologie bestätigen, dass Menschen in positiver Stimmung und in sicherer Umgebung besser lernen. Wahrscheinlich kennt jeder von uns aus eigener Erfahrung, dass unausgesprochene oder ungeklärte Konflikte die eigene Arbeits- und/oder Lernleistung in einem Team beeinträchtigen. Gleiches gilt für innere Anspannung, Unwohlsein oder gefühlte Unsicherheit.

Auf diesem Hintergrund ist es für viele Trainerinnen und Trainer selbstverständlich, den Faktor „Gruppe“ im Training ernst zu nehmen und unterschiedliche Aktivitäten im Training durchzuführen. Ziel ist, dass sich die Teilnehmenden öffnen, sich sicher fühlen und eine lernfördernde Atmosphäre entsteht. Dies gilt im Soft-Skill-Training natürlich noch viel mehr als im Fachtraining, aber auch in letzterem spielt der Faktor Gruppe für den Lerngewinn eine wichtige Rolle.


Was meine ich mit dem „Faktor Gruppe“?
 

  • Unter dem „Faktor Gruppe“ verstehe ich die Qualität der Beziehungen untereinander, welche ich gerne auch in dem etwas unscharfen Begriff „Lernatmosphäre“ zusammenfasse.
  • Die Lernatmosphäre, die ich in Präsenzseminaren und online anstrebe, ist offen, entspannt und überwiegend durch gute Stimmung gekennzeichnet.
  • Ein wichtiger theoretischer Hintergrund dafür ist das TZI-Modell, das die Balance der drei Faktoren „Thema“, „Individuum“ und „Gruppe“ als Voraussetzung für gelungene Lern- und Arbeitsprozesse in Gruppen versteht.
  • So ist für mich als Trainer Ziel, nicht nur die Entwicklung jedes einzelnen Teilnehmers, sondern auch die der Gruppe als Gesamtes zu unterstützen und zu fördern. Dabei verstehe ich Gruppe als eigene und zusätzliche Entität (Einheit), mit der ich arbeite.

Und im Online-Training?


Vorab: Es gibt gutes und schlechtes Präsenztraining und es gibt gutes und schlechtes Onlinetraining. Meine inzwischen entstandenen Erfahrungen und Überzeugungen sind: Grundsätzlich ist online alles möglich, auch lebendiges, interaktives, individuelles, persönliches und unmittelbares Lernen.

Mit zwei Einschränkungen:

  1. Die Unmittelbarkeit: Bestimmte Lernprozesse leben von unmittelbarer Erfahrung und emotionaler Beteiligung. Dies ist online auch möglich, keine Frage. Mein bisheriger Eindruck ist jedoch, und ich bin ich sehr gespannt auf meine weiteren Erfahrungen in weiteren Online-Trainings, dass online die Unmittelbarkeit und emotionale Beteiligung etwas weniger und geringer sind. Der Filter zwischen mir und den anderen scheint größer zu sein, ich bin etwas weniger emotional berührt und beteiligt.
  2. Die Pause: Dies scheint nach meiner bisherigen Erfahrung der größte Unterschied zwischen Online- und Präsenztrainings zu sein. Es fehlen die Begegnungen und die zufälligen Gespräche in der Pause – eine Begegnung der Teilnehmenden findet fast ausschließlich im öffentlichen Raum des Seminares statt. Privates und/oder Zweiergespräche sind nur reduziert in Partnerarbeiten und Kleingruppenräumen möglich und finden dadurch deutlich weniger statt. Von Teilnehmern und Teilnehmerinnen höre ich immer wieder: Ja, das Online-Training war super, viel besser als erwartet, aber eines fehlt: Der Erfahrungsaustausch und das Netzwerken in den Pausen oder am Abend.

Abgesehen von diesen beiden Einschränkungen - die Unmittelbarkeit und die Pausengespräche - erlebe ich keinen Unterschied in der Qualität der Lernatmosphäre und der Arbeitsbeziehung zwischen Online- und Präsenztraining. Die genannten Einschränkungen machen aber notwendig, dass ich im Online-Training den Faktor Gruppe noch wichtiger nehmen sollte als im Präsenztraining.

Wie fördere ich Atmosphäre und Gruppenentwicklung im Online-Training?


Zunächst gibt es einige technische und plattformabhängige Voraussetzungen, die ich notwendig für den Faktor Gruppe halte:

  • Alle Teilnehmenden sollten sich live gegenseitig sehen können. Plattformen, die das aufgrund der Bandbreite nicht ermöglichen oder in denen nur Fotos der Teilnehmenden zu sehen sind, sind aus meiner Sicht ungeeignet.
  • Es sollte möglich sein, Partner und Kleingruppenarbeiten in eigenen Räumen durchführen zu können.

Auf der Grundlage dieser technischen Voraussetzungen kann ich auf folgende Weise den Faktor Gruppe fördern:

Trainer mit Gruppe Trainer und Team von Teilnehmern sitzen im Kreis und reden intensiv miteinander
Trainerausbildung

Modul Gruppe und Team

Trainer: Albert Glossner
1.400,00
Seminarvilla der abb in Pößneck
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  • Kennenlernen: Um das Kennenlernen zu fördern, arbeite ich auch im Online-Training fast immer mit einer Form der Partnerarbeit, die ich in den Einstieg integriere. Beispielsweise gebe ich einige Fragen zur beruflichen Rolle, der Erfahrung und der Erwartung zum Trainingsthema und eine zur Person vor. Aufgabe im Rahmen der Partnerarbeit ist dann, gegenseitig einen Steckbrief auf der Grundlage einer von mir zur Verfügung gestellten PowerPoint Vorlage zu erstellen und diese dann im Plenum vorzustellen.
  • Blitzlicht zum Tageseinstieg: Gerade im Online-Training arbeite ich gerne zum Tageseinstieg mit einem kurzen Blitzlicht. Hier gebe ich zunächst die Sitzordnung des Tages vor. Dabei nutze ich ein Foto eines Stuhlkreises, in dem jede*r Teilnehmende einen Platz hat. Mit zwei einfachen Fragen habe ich speziell im Online-Training gute Erfahrung gemacht: „Wie war mein Tag bisher?“ und „Was wünsche ich mir für den Tag heute?“. Mit der ersten Frage ist es möglich, eine Brücke zwischen dem persönlichen Umfeld und der gemeinsamen Online-Arbeit zu bauen. Und ich finde es interessant, die Bandbreite von „lange geschlafen“ „Yoga gemacht, meditiert“ über „Kind in Kita gebracht“ zu „bis eben ein Meeting gehabt“ zu erfahren und auszutauschen. Die zweite Frage bereitet auf den Tag vor und bildet eine positive Brücke zu den Erwartungen und Wünschen, bezogen auf die gemeinsame Arbeit.
  • Partner- und Gruppenarbeiten: Im Online-Training habe ich mir eine strikte Zeitstruktur angewöhnt. Ich arbeite gerne in vier Blöcken á 1,5 Stunden an einem Online-Tag und jeweils mindestens einer halben Stunde Pause dazwischen. Auch achte ich darauf, je nach Möglichkeit, dass mindestens in jedem dieser Blöcke eine Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit stattfindet. So sorge ich zum einen für eine Abwechslung der Sozialformen, zum anderen fördert die Vielfalt der Arbeit in Gruppenräumen das Kennenlernen und den Austausch und ersetzt – zumindest etwas – die fehlende Möglichkeit der Pausengespräche. Bei der Einteilung der Gruppen arbeite ich mit unterschiedlichen Zufalls-Methoden. Viele Online-Plattformen bieten die Möglichkeit, Gruppen zufällig zusammenzustellen. Hier helfe ich manchmal - ohne es öffentlich zu machen - auch etwas nach, damit der Zufall in eine gewünschte Richtung geht.
  • Energizer: Zunächst tat ich mich schwer, die mir aus dem Präsenztraining bekannten Energizer auf das Online-Training zu übertragen. Inzwischen fand ich gute Wege, einen Teil gern genutzter Energizer aus Präsenztrainings ins Online-Training zu übertragen. Durch eine Teilnehmerin wurde ich auf eine Übung aufmerksam, die ich nun besonders gerne einsetze, weil sie eine Brücke zum privaten Umfeld schafft: „Get the blue“. In diesem Energizer geht es darum, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen möglichst schnell einen Gegenstand finden und vor die Kamera halten. Ich beginne mit „Hol etwas blaues“. Im Verlauf des Spiels können dann unterschiedliche Kriterien genutzt werden, wie z.B. etwas rundes, eckiges, lebendes, gesundes, kariertes, nützliches, etc. Die Regel ist, dass die Person, die als letzte den entsprechenden Gegenstand zeigt, als nächstes dran ist und ein entsprechendes Kriterium vorgibt. Viel Spaß dabei!
  • Kleine Teamübungen: Damit meine ich Aufgaben, die die Gruppe gemeinsam lösen muss. Eine einfache und kurze Übung ist das gemeinsame Zählen. Bei einer Gruppe von 8 Teilnehmenden stelle ich beispielsweise die Aufgabe, bis 8 zu zählen, wobei jede*r Teilnehmer*in abwechselnd eine Zahl sagt und die Reihenfolge von 1 - 8 eingehalten werden muss. Sobald zwei Teilnehmende gleichzeitig eine Zahl sagen, gilt der Versuch als gescheitert. Dies ohne nonverbale Abstimmung hinzukriegen ist nicht ganz einfach, meist aber in 1 - 2 Minuten machbar. Die Übung erfordert Aufmerksamkeit und bringt einen kleinen Teamerfolg.
  • Tagesende: Grundsätzlich führe ich am Ende des Tages eine gemeinsame Aktivität durch. Sei es ein Blitzlicht, eine Feedbackrunde, eine Wiederholungsübung, eine gemeinsame Aufgabe oder einen passenden Energizer. 

Was erwartet dich im Trainerausbildungs-Modul „Gruppe und Team“ in der Online-Variante?


All diese beschriebenen Aktivitäten wirst du in unterschiedlicher Form live erleben. So kannst du unmittelbar erfahren, wie sie sich auf den Lernprozess auswirken. Darüber hinaus bietet das Modul Gruppe und Team folgenden Gewinn:

  • Die Unterscheidung von Rolle und Person, insbesondere die Unterscheidung von Rollen- und Personenbeziehungen, ermöglicht dir ein tieferes Verständnis der Beziehungen und Dynamiken innerhalb von Lerngruppen und Arbeitsteams. 
  • Du reflektierst die systemische Einbettung von Gruppen und Teams und bist sensibilisiert dafür, welchen Einfluss dies auf das Gruppengeschehen hast.
  • Anhand zweier Modelle kannst du die Entwicklung von Gruppen und Teams besser verstehen und leichter beeinflussen.
  • Du erlebst eine Vielfalt von Interventionen, die die Entwicklung von Gruppen unterstützen.
  • Du erhältst Instrumente an die Hand, mit deren Hilfe du kritische Situationen in Gruppen deutlich machen und zu einer Lösung beitragen kannst.
  • Du erlebst die Teamübung „Teamwork live“ umgesetzt ins Online-Training. Du erfährst an diesem Beispiel, wie du erlebnisaktivierende Übungen im Präsenz- und auch im Online-Training anleiten und vor allem gewinnbringend auswerten kannst.
  • Du hast die Möglichkeit, in „Real-Live-Rollenspielen“ eigene Situationen zu reflektieren. Du erlebst diese Methode, die eine wirkungsvolle Bearbeitung realer Fälle in Supervision und Teamcoaching ermöglicht.

Insgesamt erhöht sich durch deine Teilnahme an diesem Modul dein Verständnis von Dynamik und Entwicklung von Lerngruppen und Arbeitsteams. Und du erhöhst deine praktische Kompetenz als Leiter / Leiterin einer Gruppe, sie in ihrer Leistung und Entwicklung wirkungsvoll zu unterstützen. In der Online-Variante dieses Moduls erlebst du zusätzlich, wie du die verschiedenen Aktivitäten auch im virtuellen Raum nutzen und einsetzen kannst.

Weitere Informationen findest du hier: Trainerausbildung - Modul Gruppe und Team


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