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Vom Training zur Moderation: Rolle und Haltung der Leitung

von Christian Rosenblatt, 09. Februar 2021

Im Modul „Moderieren“ unserer Trainerausbildung vermitteln wir Grundhandwerkszeug für all diejenigen, die mehr Moderationsmethoden in einem Training anwenden wollen. Immer öfter finden sich unter unseren Teilnehmenden aber auch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren erfolgreich trainieren und nun zunehmend reine Moderationsaufträge übernehmen wollen. Doch woher rührt dieser Trend?

Eine Erklärung liegt in der Veränderung der Arbeitskultur: Vor dem Hintergrund immer komplexer werdenden Prozesse haben in vielen Organisationen „agilere“ Managementmethoden Einzug gehalten. Eine neue Generation von Führungskräften, die auf Mitverantwortung und auf Teamergebnisse setzen, binden verstärkt die Kolleg*innen in Entscheidungsprozesse ein, welche die Ergebnisse anschließend auch umsetzen sollen. Die Grenzen zwischen Wissens- und Organisationsentwicklung - zwischen Lernen und Prozessgestaltung – werden damit durchlässiger.

Dies hat Konsequenzen für den Trainerberuf: Training und Moderation rücken näher zusammen und das Aufgabenportfolio der Trainerinnen und Trainer erweitert sich. So wird beispielsweise ein selbstständiger Vertriebstrainer, der seit Jahren den Außendienst eines mittelständischen Technologieunternehmens in Gesprächsführung trainiert hat, vielleicht auch bei der Entwicklung und Implementierung eines neues Vertriebskonzeptes gefragt sein. Ein weiteres Beispiel: Die angestellte Fachtrainerin eines Finanzdienstleisters erhält von ihrer Unternehmensleitung den Auftrag, ein Team von Kolleg*innen dabei zu unterstützen, einen Kriterienkatalog und Entscheidungsvorschlag für die Anschaffung eines neuen IT-Systems zu erstellen. Je mehr unterschiedliche Sichtweisen in solche Prozesse eingebunden werden, desto anspruchsvoller gestaltet sich deren Begleitung.

Die Frage stellt sich, inwieweit die Trainer*innen diesem veränderten Anforderungsprofil gewachsen sind und welche Entwicklungsaufgaben gegebenenfalls auf sie warten. Auf den ersten Blick sind sich Trainings-und Moderationskontexte ja recht ähnlich. Und wer bereits viel Trainingserfahrung sammeln durfte, kann in der Regel auf zahlreiche Kompetenzen zurückgreifen, die auch bei Moderationen hilfreich sind. Dennoch geraten viele erfahrene Trainerinnen und Trainer bei ihren ersten Moderationsaufträgen heftig ins Schwitzen. Es ist nicht nur die veränderte methodische Herangehensweise, die sie herausfordert. Vielmehr sind es vor allem das spezielle Rollenverständnis und die damit einhergehenden Haltungen der Moderator*innen, welche die Grundlage für eine gelungene Moderation bilden.

Die Unterschiede in den Rollen lassen sich bereits aus den verschiedenen Zielsetzungen ableiten: Während es im Training um die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen geht, ist das Ziel einer Moderation die Erarbeitung eines Gruppenergebnisses, mit dem sich alle Beteiligten identifizieren können. Moderierende müssen also keine Experten für die Inhalte sein. Mitunter kann es den Auftrag sogar erschweren, wenn sich die Veranstaltungsleitung allzu sehr mit den zu bearbeitenden Themen identifiziert. Vielmehr sind Moderator*innen die Experten für den Rahmen, die Struktur und den Prozess der inhaltlichen Bearbeitung.

Moderatorinnen und Moderatoren sind Gastgeber, Zuhörerinnen und Vermittler. Sie helfen, Relevantes von weniger Relevantem zu trennen und behalten das Ziel im Auge. Durch ihre Fragen und Zusammenfassungen sorgen sie für wechselseitiges Verständnis und für die Würdigung unterschiedlicher Interessen. Sie achten darauf, dass Unausgesprochenes gesagt und Diffuses konkret wird. Sie sind – wie Gunther Schmidt es ausdrückt – „Realitätenkellner“, die Angebote machen, statt fertige Kost vorzusetzen. Die Verantwortung für das inhaltliche Ergebnis bleibt stets bei der Gruppe.

Um ihrer Rolle gerecht zu werden, sollten Moderatorinnen und Moderatoren in der Vorbereitung und im Verlauf einer Veranstaltung ihr Augenmerk auf folgende Aspekte legen:

  1. Ergebnisoffenheit: Rahmen und Struktur des Ergebnisses müssen klar sein. Jedoch: Die Teilnehmenden können sich für das Ergebnis nur engagieren, wenn nicht bereits vorgegeben ist, wie es auszusehen hat. Beispiel: Die Vertriebsbeauftragten erarbeiten neue Wege der Kundenansprache. Wenn aber das genaue Ergebnis im Vorfeld bereits feststeht, ist die Moderation eine Farce. Achte als Moderator*in auch darauf, welche Interessen du selbst am Ausgang der Veranstaltung hast. Dies könnte Auswirkungen auf dein Agieren haben und andere Sichtweisen unterbinden.
     
  2. Allparteilichkeit: Gibt es unterschiedliche Interessen oder gar Konflikte zwischen einzelnen Teilnehmenden, so achte darauf, dass du dich mit allen Perspektiven gleichermaßen identifizieren kannst. Nur so kannst Du für eine Integration der Standpunkte sorgen.
     
  3. Zielorientierung: Behalte das Ziel im Auge und unterbinde Diskussionsschleifen und Monologe. Sei an dieser Stelle konsequent und spiegele Deine Wahrnehmung an die Gruppe. Sichere Zwischenergebnisse und lade zum nächsten Schritt ein.
     
  4. Vertrauen in Prozess und Gruppe: Lasse die Diskussion aber laufen, wenn neue Gedanken, Aspekte und Sichtweisen auftauchen. Diese müssen zunächst einmal in den Köpfen und Herzen bewegt werden. Oft entstehen daraus Impulse für ein unerwartetes Ergebnis.
     
  5. Strukturorientierung: Du musst kein Experte in der thematischen Welt der Teilnehmenden sein. Im Gegenteil: Wenn du inhaltlich nicht mehr folgen kannst, dann beobachte die Interaktion und nutze dies für die Prozesssteuerung. Beobachtest du Konsens, dann frage danach, was du als Ergebnis am Flip notieren sollst. Beobachtest du Dissens, so lasse dir von jeder Partei den Standpunkt der jeweils anderen erklären. Frage dann nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Sichtweisen.
     

Beachtest du diese Gesichtspunkte, bist du bereits auf dem Weg zur guten Moderator*in. Mehr dazu kannst du vom 7. bis 11. Juni 2021 im Seminar Moderieren erfahren.

Beim Moderieren
Trainerausbildung

Modul "Moderieren"

Trainer: Christian Rosenblatt und Antje Steinke-Schumann
1.400,00
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