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Vertrauen schaffen im Training

von Antje Steinke-Schumann, 11. Mai 2021

Ziel jedes Trainings ist es, dass die Teilnehmenden möglichst viel für sich mitnehmen. Dies gilt für Präsenztrainings genauso wie für Online-Trainings und wird durch eine positive Lernatmosphäre unterstützt. Um von Beginn an eine gute Lernatmosphäre und eine tragfähige Beziehung zwischen den Teilnehmenden herzustellen, ist es hilfreich, mit einem aktivierenden Warm Up in das Seminar zu starten.

Weshalb sind eine gute Lernatmosphäre und Vertrauen im digitalen Raum so wichtig? Ganz einfach: weil es eine Grundlage für gutes und effektives Arbeiten ist. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Vertrauen innerhalb einer Gruppe positive Effekte auf die Arbeitsleistung hat:

  • Vertrauen stärkt die Motivation, sich einzubringen und an Themen mitzuarbeiten.
  • Durch Vertrauen können sich die Teilnehmenden auf ihre Stärken fokussieren.
  • Vertrauen innerhalb einer Gruppe führt zu mehr Kreativität und effektiverer Zusammenarbeit.

Zeit und Raum zum Ankommen

Plane in deinen Online-Trainings bewusst Zeit und Raum ein, um ein Ankommen und das Kennenlernen und damit eine positive Gruppendynamik zu fördern.

Wie im realen Seminarraum kannst du den virtuellen Meetingraum ca. 30 - 15 Minuten vor Seminarbeginn öffnen. Lade die Teilnehmenden dazu ein, sich vor dem offiziellen Seminarbeginn einzuloggen und auszutauschen. Viele Teilnehmer*innen sind dankbar, dass ihnen der Raum gegeben wird, sich vorab „beschnuppern“ zu können.

Kennenlernen mit dem Fensterblick

Eine schöne Methode zum Kennenlernen und als Einstieg in ein Online-Seminar ist „Der Fensterblick“. Damit wird das Denken angeregt und die Teilnehmenden assoziieren zu etwas, das sie sehen. Außerdem erhalten alle Teilnehmenden einen kleinen Einblick in das Leben der anderen Anwesenden.

Ablauf

Erkläre und visualisiere zunächst kurz die Aufgabenstellung. Stelle den Teilnehmenden 2 - 3 Fragen. Bspw.: „Was siehst du, wenn du aus deinem Fenster schaust?“, „Was siehst du mit dem Blick auf dich, wer bist du?“, „Was siehst du mit Blick auf das Seminar?“. Gib dann allen Teilnehmenden Zeit, diese Fragen verbal zu beantworten.
Gerade wenn sich die Teilnehmenden nicht kennen, ist diese Methode gut geeignet, da jeder für sich entscheiden kann, wie viel er/sie von seinem/ihrem Leben und Umfeld preisgeben möchte.

Abbildung eines Fensters für eine Seminarmethode

Zahlen über mich

Eine weitere kreative Methode für den Einstieg in ein Online-Training ist „3 Zahlen über mich“. Diese Methode eignet sich, wenn sich die Teilnehmenden bereits ein wenig kennen.

Fordere alle Teilnehmenden auf, drei Zahlen über sich in den Chat zu schreiben. Du kannst hier gern die Richtung vorgeben und z. B. sagen, dass eine Zahl mit etwas Privatem und zwei Zahlen mit dem Beruf zu tun haben sollte.

Visualisiere anschließend die Zahlen, um sie für alle Teilnehmenden sichtbar zu machen. Schneide dazu die Chat-Nachrichten mithilfe eines Snipping-Tools aus und füge sie in eine PowerPoint-Folie oder bereite eine PowerPoint-Folie mit den Namen vor, hinter denen du die Zahlen aus dem Chat notierst.  

Fordere dann die Teilnehmer*innen nacheinander auf, etwas über ihre drei Zahlen zu berichten.

Neben dem näheren Kennenlernen fördert diese Übung die Aufmerksamkeit. Die Teilnehmenden sehen die Zahlen der anderen und fragen sich vielleicht, was wohl dahintersteht. Zudem ist es eine kreative Methode, das Interesse der Teilnehmenden an den anderen zu fördern.

Vertrauen im digitalem Raum aufbauen

Vertrauen ist virtuellen Raum unabdingbar. Im Online-Training kann jede*r Teilnehmer*in die anderen nur über den Ausschnitt des Kamerabildes sehen und sieht sowohl wenig von der Körpersprache der anderen als auch, was die anderen Teilnehmenden nebenbei tun. Deshalb ist es die Aufgabe der/des Moderierenden, von Anfang an dafür zu sorgen, dass Vertrauen und eine gute Atmosphäre im digitalen Raum entstehen kann.

Die einfachste, wirkungsvollste Möglichkeit ist, dass alle Anwesenden zu sehen sind, d. h. ihre Kamera einschalten und während des Online-Trainings nicht deaktivieren. Gut ist es, zu Beginn des Online-Trainings zu besprechen, wie die Stummschaltung der Mikrofone funktioniert und wann die Kamera deaktiviert werden soll und darf. Das schafft Transparenz und vermittelt den Teilnehmenden das Gefühl, mit den anderen in einem Raum zu sitzen.

Um den Teilnehmenden die Scheu vor der Kamera zu nehmen, kannst du die Kamera gezielt als Methode zum Start in dein Training einbauen. Dazu eignet sich bspw. diese kleine Zeichenübung:

Porträt von sich selbst

Bitte die Teilnehmenden, sich einen dicken Stift und ein Blatt zu suchen, dann die Augen zu schließen und - möglichst ohne den Stift abzusetzen - ein Bild von sich selbst zu zeichnen. Anschließend werden der Name und ggf. der Beruf oder eine andere wichtige Information hinzugefügt.

Bitte dann jede*n Teilnehmer*in, sich kurz anhand des entstandenen Porträts vorzustellen. Um den Fokus dabei auf den/die Sprechende*n zu haben, empfiehlt sich, je nach Online-Plattform, den Sprechermodus einzuschalten oder alle anderen Kameras ausschalten, um den Fokus auf dem Sprecher/der Sprecherin zu haben.

Portrait von Trainerin Antje zum Vertrauen schaffen im Online Training

Diese Methode dient zum einen zur Auflockerung und zur Übung im Umgang mit der Kamera. Zum anderen werden die Teilnehmenden aktiviert und dürfen selbst etwas tun.

Im Rahmen der Online-Trainerausbildung erwirbst du alle Kompetenzen, die du brauchst, um deine Online-Trainings technisch und methodisch vielfältig zu gestalten. Du schließt das Seminar als zertifizierte*r Online-Trainer*in ab.

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