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Seminar planen mit dem PITT-Modell

von Albert Glossner, 12. Juli 2023

Test 2

Eine Strukturierungshilfe für Trainer*innen

Ein Seminar planen und leiten ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Trainerinnen. Eine bewährte Strukturierungshilfe, die dabei unterstützt, intensives Lernen zu ermöglichen, ist das PITT-Modell. In diesem Blogbeitrag stellen wir das PITT-Modell zur Seminarplanung vor und zeigen, wie es Trainer*innen bei der methodischen Feinplanung unterstützen kann.

Das PITT-Modell zum Seminar planen

Das PITT-Modell zur Seminarplanung basiert auf der Annahme, dass bereits Ziele für das Training formuliert und eine grobe inhaltliche Planung erstellt wurden (siehe Blogbeitrag "Seminare planen mit der ZIM-Formel "). Es bietet Trainer*innen eine hilfreiche Möglichkeit, die methodische Feinplanung vorzunehmen und eignet sich sowohl für kürzere Lerneinheiten (45-60 Minuten) als auch für längere Trainingsabschnitte (1-4 Stunden).

PITT steht für vier Phasen beim Seminar planen

  • Problematisieren
  • Informieren
  • Training
  • Transfer

Die vier Phasen des PITT-Modells

Problematierungsphase

Die Problematisierungsphase dient dazu, die Teilnehmer*innen auf das Thema einzustimmen und ihr Interesse zu wecken. Es geht darum, den Nutzen des Themas zu verdeutlichen und folgende Fragen in den Mittelpunkt zu stellen:

  • Was nutzt mir das Thema XY für meinen Alltag?
  • Wie steht das Thema in Beziehung zu den bisherigen Themen des Seminars?
  • Wie wird später damit weitergearbeitet?
  • Überblick: Was beinhaltet dieses Thema?
  • Eventuell: Was ist für mich als Lernende*r bei diesem Thema besonders wichtig?

Das Ziel dieser Phase ist es, die Bereitschaft zum Lernen zu wecken und die Teilnehmer*innen für das Thema zu motivieren. Methoden wie Storytelling, kurze Präsentationen, kleine Übungen, "Eye-Opener"-Aktivitäten, Aufgaben, Diskussionen oder kurze Videos eignen sich hierfür.

Informationsphase

In der Informationsphase werden neue Informationen aufgenommen und eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema findet statt. Es ist wichtig zu beachten, dass Trainerinnen nicht zwangsläufig alle Inhalte präsentieren und "Stoff vermitteln" sollte. Stattdessen können wir den Lerngewinn erhöhen, indem wir die Teilnehmenden aktiv oder interaktiv einbeziehen. Wir können bereits vorhandenes Wissen strukturieren und neu bewerten, indem die Teilnehmerinnen ihr Vorwissen und ihre Vorerfahrung in die Erarbeitung der Inhalte einbringen. Präsentationen, Lehrgespräche, Gruppen- oder Partnerarbeit sowie interaktive Methoden wie Kartenmethoden (siehe Blog Kreative Methoden für die Informationsphase) eignen sich für diese Phase.

Trainingsphase

Die Trainingsphase steht im Zeichen der Reflexion, Bewertung, des Übens und Wiederholens der Inhalte. Um nachhaltiges Lernen zu gewährleisten, sollte ausreichend Zeit für die Bewertung, Wiederholung und das Üben der Inhalte eingeplant werden. Um eine spätere Umsetzung am Arbeitsplatz zu erleichtern, sollten die Teilnehmer*innen bereits im Training die Anwendung des Gelernten ermöglichen. Partner- und Gruppenarbeit, Rollenspiele, Lernspiele, Bearbeitung von Aufgaben und Übungen, Mindmap-Erstellung, strukturierte Kärtchen-Übungen, praktische Übungen und jede Form der vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten sind geeignete Verfahren für diese Phase.

Transferphase

In der Transferphase steht die Übertragung und Anwendung des Gelernten in den eigenen Alltag oder die eigene Praxis im Mittelpunkt. Alle Lernvorgänge sind nur dann sinnvoll, wenn sie auf Alltagssituationen übertragbar sind. Daher sollten wir bereits im Seminar den Transfer anbahnen, um die Umsetzung am Arbeitsplatz zu erleichtern. Transferübungen wie Überlegungen zur Anwendung, Rollenspiele, Erarbeitung von Checklisten, Problemlöseaufgaben, das Einnehmen verschiedener Perspektiven oder Auseinandersetzungen mit inneren und äußeren Widerständen fördern den Transfer des Gelernten.

Weitere Ansätze zum Seminar planen

Das PITT-Modell ist nur einer von mehreren Ansätzen zur Seminarplanung. Das Accelerated Learning nach Dave Meier und Sharon Bowman's (siehe Blog "Training from the Back of the Room ") verwenden ähnliche Modelle, die auf Üben und Anwenden neuer Information während des Trainings setzen. Dabei werden die Phasen unterschiedlich benannt, aber das Ziel bleibt dasselbe. Eine nachhaltige und wirksame Trainingsgestaltung wird durch diese Ansätze unterstützt.

Das PITT-Modell zum Seminar planen bietet Trainer*innen eine bewährte Strukturierungshilfe, um Trainings effektiv zu planen. Die vier Phasen des Modells - Problematisierung, Information, Training und Transfer - ermöglichen ein intensives und nachhaltiges Lernen. In unserer Trainerausbildung behandeln wir diese Phasen ausführlich, um Trainer*innen mit den nötigen Werkzeugen für ein erfolgreiches Trainingsdesign auszustatten. Im Modul Seminare designen lernst du, wie du mit dem PITT-Modell arbeitest und es als Grundlage für ein Trainingsdesign nutzt.

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