Online-Seminare als Präsenz-Ergänzung: 3 Beispiele für Blended Learning

blended learning

von Elisabeth Penselin

Seit 5 Jahren begleite ich Trainer und Trainerinnen dabei, sich eigene Webinar-Angebote aufzubauen. Meist wollen sie ihre Präsenz-Seminare mit Online-Lerneinheiten ergänzen.




Oft erlebe ich, dass es vielen Kollegen und Kolleginnen erst einmal schwer fällt, sich vorzustellen, wie sie ihr aktuelles Präsenzangebot (also z.B. das klassische 2-Tages-Seminar) durch passende Onlineeinheiten (z.B. in Form von Web-Seminaren) sinnvoll erweitern. Was gibt es hier für Möglichkeiten?

Falls Sie auch Ambitionen haben und mehr bzw. ergänzend online trainieren möchten, stelle ich Ihnen im Folgenden 3 Beispiele vor, wie so ein Online-Weiterbildungsangebot aussehen kann.

Der Fokus liegt in diesem Beitrag auf „Blended Learning“ – also auf der Kombination von klassischen Offline-Präsenzseminaren mit eLearning-Einheiten (das kann ein Webinar, ein Selbstlernkurs o.ä. sein). Es geht im Folgenden vor allem darum, wie Sie sinnvoll Onlineseminare mit Präsenzangeboten kombinieren können.

Blended Learning Trainingskonzept: Was steht im Fokus – online oder offline?

Bevor Sie loslegen, über ein Blended Learning Trainingskonzept nachzudenken, stehen nach wie vor an erster Stelle die Lernziele, die Sie mit den Teilnehmern erreichen wollen. Danach richtet sich wie im Präsenzseminar auch hier die Konzeption, Methodik etc. Dazu finden Sie in diesem Blogbeitrag mit der ZIM-Formel eine hilfreiche Grundstruktur…

Wenn klar ist, welche Ziele und Inhalte Sie erreichen wollen, geht es ans Blended Learning Konzept. Hier stellt sich zuerst die Frage, ob der Fokus eher auf offline (also auf Präsenzschulung) oder auf online liegt.

Dabei unterscheide ich drei Schwerpunkte, die ein Blended Learning Trainingskonzept besitzen kann:

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  1. Angereicht: Hier steht das Offline-Lernen (z.B. das klassische Training) im Fokus und wird sinnvoll durch kleinere Online-Lern-Angebote ergänzt.
  2. Hybrid: Hier ist das Verhältnis online zu offline relativ ausgeglichen.
  3. Virtuell: Hier besteht die Schulung eher aus Onlinelernen und wird ergänzt durch verhältnismäßig kleinere Offline-Angebote.

Zu jedem der drei Möglichkeiten, die Sie bei der Konzeption eines Blended Learning Trainings haben, finden Sie nun im Folgenden je ein konkretes Trainingsbeispiel.

Beispielkonzept 1:
Offlineschulung steht im Fokus, „angereichert“ durch Onlinelernen

Ein typisches Blended Learning Training unter der Überschrift „angereichert“ könnte wie folgt aussehen – einmal am Beispiel einer Verkaufs- oder Vertriebsschulung:

Klassischerweise dauert die Inhouse-Schulung 2 Tage, vor Ort in einem Hotel bzw. in den Schulungsräumen des Unternehmens, welches Sie beauftragt.

Nehmen wir einmal an, Sie würden diese Schulung auch in Zukunft so als Inhouse-Seminar verkaufen…

Hier bietet es sich an, diese Offline-Schulung (also die 2 Tage Präsenzseminar) durch ein anschließendes Webinar (Web-Seminar) zu ergänzen.

Warum?

Vielleicht machen Sie in Ihren Schulungen auch öfter die Erfahrung, dass Sie zwar (meist am Ende) Zeit für die Transferübertragung des Gelernten in den Teilnehmeralltag einplanen, dennoch versackt vieles hinterher wieder…

Wie attraktiv wäre es da für alle Beteiligten, wenn Sie statt einer reinen Offline-Schulung ein Blended-Learning-Angebot unterbreiten, wo Sie durch ein oder zwei anschließende Webinare den Transfer begleiten, nachhalten, sichern und ähnliches.

Damit grenzen Sie sich nicht nur von Ihren Mittbewerbern relativ leicht ab, sondern bieten auch sehr guten Mehrwert für Ihren Auftraggeber.

Auch ein Vorab-Webinar vor der eigentlichen Offlineschulung bietet einige Vorteile.

In dem Beispiel der Verkaufsschulung könnte das „angereicherte“ Blended Learning Konzept so aussehen:

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In dem Vorab-Webinar können Sie beispielsweise dafür sorgen, dass

  • Sie Vertrauen aufbauen und das „Eis brechen“,
  • die Teilnehmer Sie als Trainer/in kennenlernen,
  • die Teilnehmer sich ggfs. gegenseitig kurz kennenlernen,
  • Sie die Erwartungen, Wünsche, aktuellen Probleme zu Ihrer (Verkaufs-) Schulung erfragen, um die 2 Tage gezielt am Bedarf auszurichten und
  • Sie könnten auch schon organisatorische Punkte zur Offlineschulung ankündigen (z.B. einen Auftrag erteilen, der bis dahin mitgebracht werden soll o.ä.).

In dem Transfer-Webinar haben Sie einige Wochen nach der Schulung die Möglichkeiten:

  • den Praxis-Transfer zu begleiten,
  • die vielleicht gestellte Transferaufgabe auszuwerten,
  • Praxisfragen zu beantworten,
  • Umsetzungen zu diskutieren,
  • Erfahrungen auszutauschen oder
  • einfach auch bezogen auf das Thema miteinander in Kontakt zu bleiben.

Beispielkonzept 2:
ausgeglichene Mischung aus Offline- und Onlinelernen („hybrid“)

Ähnlich wie im eben beschriebenen Verkaufstraining könnten Sie auch ein Kommunikationstraining als Blended Learning durchführen.

Auch hier ist eine Erweiterung durch Vorab- und Nachher-Webinare möglich.

Um den Fokus noch stärker auf das Onlinelernen zu richten, bietet sich das „hybride“ Modell an – zum Beispiel um aus diversen Gründen Präsenzzeit aller Beteiligten einzusparen und um weniger „en bloc“ zu lernen, sondern mehrere kleinere Lerneinheiten (so genannte „Lern-Nuggets“, „Lernhäppchen“) zu ermöglichen.

Das kann dann für eine Kommunikationsschulung zum Beispiel so aussehen:

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So kann aus einem ursprünglichen 2-Tages Training ein gesplittetes hybrides Blended Learning Konzept werden – mit mehr kürzeren Lerneinheiten, wobei die Offline-Zeit gezielter für Praxisübung genutzt werden kann.

Beispielkonzept 3:
„virtuelle“ Schulung mit begrenzter Offline-Lernzeit

Hierzu nehme ich einmal das Beispiel eines klassischen Telefontrainings. Das eignet sich hervorragend für ein Onlineseminar, da die Call-Center-Mitarbeiter ihr Gegenüber am Telefon sonst auch nicht sehen. So entspricht das Üben online dem realen Berufsalltag.

Hier könnte eine virtuelle Schulung zum Beispiel so aussehen:

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Das heißt, das Telefontraining wird durchgeführt in 3x3h online – zum Beispiel über 3 Wochen verteilt immer freitags Vormittag von 9:00-12:30 Uhr inkl. Pausen. So könnten Sie pro Sitzung ein Thema als Schwerpunkt behandeln und auch online üben – zum Beispiel in Kleingruppen- oder Partner-Übungen. Bis zum nächsten Treffen kann dieses Wissen in der Praxis reifen, ausprobiert und umgesetzt werden, bevor der nächste Impuls hinzukommt.

Am Ende der 3 Wochen kann dann der Trainer / die Trainerin beispielsweise für einen Tag vor Ort sein und sich pro Teilnehmer/in eine Stunde Zeit nehmen für individuellen Support und Coaching zu den live stattfindenden Telefonaten.

die Onlinetreffen methodisch aufbereiten…

Was Sie für die Online-Lerneinheiten technisch benötigen, mit welchen Online-Methoden Sie diese interaktiv gestalten können und welche weiteren konzeptionellen Möglichkeiten Sie besitzen, dazu empfehle ich Ihnen das Online-Modul „Online Trainieren“.

Hier können Sie sich praktisch ausprobieren und die ersten, professionellen Schritte in Ihr eigenes Blended Learning Konzept gehen. Hier erhalten Sie mehr Infos…


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