abb-seminare

So erreichst du uns:

Logo abb-seminare

Methode Lebensbaum in Training und Coaching

von Anja Klötzing & Saskia Bülow, 04. August 2021

Test 2

Im Rahmen der abb-eLABs begeisterte Saskia die Teilnehmenden mit der Methode „Coaching mit dem Lebensbaum“. Die Methode ist vielfältig einsetzbar. Als Einstieg in ein Coaching, zu Beginn eines Trainings, für Prozesse der Neuorientierung, zur Visualisierung von Stärken etc. Hier möchten wir dir die Methode vorstellen und drei Beispiele zeigen, wie du den Lebensbaum im Coaching und in Seminaren nutzen kannst.

Der Lebensbaum im Coaching

Im Coaching kann die Auseinandersetzung mit dem Lebensbaum hilfreich sein, eine persönliche Standortbestimmung zu visualisieren. Diese kann beruflicher oder privater Natur sein und als Einstieg in einen Coachingprozess dienen. Dabei steht der Baum als Metapher für das Leben und hilft dabei, einen Einblick in die Lebenssituation als auch einen allgemeinen Blick auf ein Anliegen zu werfen.

Der Lebensbaum bildet drei Bereiche ab:

  • Symbolisiert durch die Wurzeln: Die eigene Herkunft und Vergangenheit.
  • Symbolisiert durch den Stamm: Die Gegenwart und eine Ist-Situation.
  • symbolisiert durch die Baumkrone: Die Träume, die Ziele und die gewünschte Zukunft.
Beispiel Methode Lebensbaum: gezeichneter Baum auf einem Flipchart

Für die Anfertigung des Baumes werden Papier und Stifte benötigt.

Ablauf

Der Klient / die Klientin bekommt den Auftrag, einen persönlichen Lebensbaum zu zeichnen.

Woher komme ich? Was gibt mir Kraft?

Gestartet wird mit dem Wurzelwerk des Baumes, um sich den eigenen Wurzeln bewusst zu werden. Diese Wurzeln können Kraftquellen, Erfahrungen oder Ressourcen sein, auf die zurückgegriffen werden kann. Dabei werden Stichworte oder Symbole an den Wurzeln notiert.

Als Coach kannst du deine Klienten dabei mit folgenden Fragen unterstützen: Wo liegen deine Wurzeln? Woraus ziehst du deine Kraft? Was gibt die Energie?

Wo stehe ich heute? Was stärkt mich? Was nagt an mir?

Anschließend wenden wir uns dem Stamm des Baumes zu. Er steht für die aktuelle persönliche Situation. Zudem gibt es möglicherweise Schädlinge im Leben, die am Stamm nagen oder die im Wege stehen. Auch diese Stichpunkte werden rund um den Stamm notiert.

Dabei kannst du als Coach mit folgenden Fragen unterstützen: Wo stehst du heute? Wie sieht dein gegenwärtiges Leben aus? Was stärkt dich? Was nagt an dir?

Wovon träume ich? Welche Ziele habe ich? Wohin möchte ich wachsen?

Im letzten Schritt wird die Krone des Baumes gezeichnet. In der Baumkrone werden die Visionen, Ziele und Träume erfasst und vielleicht auch Früchte gezeichnet.

Hier unterstützen Fragen wie: Was sind deine persönlichen Ziele und Wünsche? Welche Träume hast du? Was möchtest du erreichen und vielleicht weitergeben? Welche Früchte möchtest du ernten? Welche Früchte kannst du bereits ernten?

Arbeit mit dem Lebensbaum

Nachdem der Baum fertiggestellt ist, können Coach und Klient*in den Lebensbaum gemeinsam reflektieren. Klienten bekommen so eine Klarheit über ihren eigenen Standort. Zudem kann ein Zugang zu ureigensten Themen des eigenen Lebens durch die Metapher des Lebensbaumes entstehen. All das kann auch für den Coach hilfreich sein, den/die Klienten/Klientin besser kennenzulernen. Zusätzlich bietet der gezeichnete Lebensbaum die Möglichkeit, anschließend weiterhin mit ihm zu arbeiten.

Der Stärkenbaum

Sowohl für den Einsatz im Coaching als auch für ein Selbstcoaching ist die Anfertigung eines Stärkenbaumes eine ressourcevolle Methode. Der Stärkenbaum macht dabei als metaphorisches Werkzeug bewusst, welche Kraftquellen vorhanden sind und auf welche Stärken zugegriffen werden kann. Die Methode hilft dabei, zu reflektieren, welche Stärken ausgeprägt sind und wo diese gut im Leben integriert werden können.

Alternative zur Methode Lebensbaum: der Stärkenbaum auf einem Flipchart gezeichnet

Ablauf

Du zeichnest deinen Baum und beschriftest ihn anhand folgender Fragen.

Was gibt mir Kraft?

Die Wurzeln stehen für das, was dir Kraft gibt. Schreibe deine Ressourcen und das, was dir Kraft gibt an die Wurzeln des Baumes. Das können Personen sein, deine Hobbys, eine bestimmte Umgebung oder besondere Tätigkeiten etc.

Was sind meine Stärken?

Der Baumstamm steht für deine Stärken. Notiere sie hier. Wenn du dir deiner Stärken vielleicht noch nicht bewusst bist, findest du hier einen Beitrag, in dem du erfährst, wie du sie herausfinden kannst: Charakterstärken – das Stärkenmodell der Positiven Psychologie.

Wo kann ich meine Stärken einsetzen?

Die Krone des Baumes steht für die Umsetzung deiner Stärken. Was sind deine Erfolge? Welche Stärke hat dir bei der Erreichung deiner Ziele geholfen? Notiere hier, worauf du stolz bist, was du bereits erreicht hast und was du noch erreichen willst.

Der Lebensbaum im Training

Auch im Training lässt sich der Lebensbaum gut einsetzen. Du kannst mit ihm die Selbstreflexion und die Selbstpräsentation der Teilnehmenden anregen und so eine spannende Vorstellungsrunde gestalten.

Ablauf

Die Teilnehmenden erhalten den Auftrag, ein Flipchart anzufertigen und sich anschließend anhand dieses Flipcharts vorzustellen. Dafür erhalten die Teilnehmenden folgenden Auftrag:

  • Stelle dich der Gruppe mit einem Flipchart vor. Zeit: 3 – 4 Minuten.
  • Deine Person wird durch einen Baum symbolisiert, ergänzt mit Symbolen und Begriffen.
  • Berücksichtige dabei die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.
  • Vorbereitungszeit: 30 Minuten.
Beispiel Methode Lebensbaum als Selbstpräsentation auf einem Flipchart dargestellt

Dies gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich sowohl mit ihren Kompetenzen als auch mit den eigenen Ecken und Kanten vorzustellen. Der Baum gibt dabei eine Struktur vor, die selbst gestaltet und kreativ befüllt werden kann. Die Methode erlaubt, das zu sagen, was man über sich sagen möchte und enthält einen Blick über die Gegenwart hinaus in die Vergangenheit als auch in die Zukunft.

Fazit

Die Methode Lebensbaum kann auf vielfältige Art und Weise die Arbeit in Training und Coaching bereichern. Der Lebensbaum dient im Coaching als ein metaphorisches Werkzeug, das einen Einblick in die aktuelle Lebenssituation, die vorhandenen Ressourcen, die eigenen Bedürfnisse und die Wünsche bietet. Die Methode kann dabei helfen, ein Thema zu betrachten oder sich dem Istzustand, den eigenen Ressourcen und vorhandenen Zielen bewusst zu werden. Auch den Einstieg in ein Seminar kann eine Vorstellungsrunde mit den Lebensbäumen der Teilnehmenden bereichern.

Mehr Wissen zu Coachingmethoden und die Anwendung von Coaching-Tools kannst du dir im Rahmen der Coachingausbildung aneignen. Mehr Informationen zur Coachingausbildung bei abb-seminare findest du hier:

Neueste Blogbeiträge

Acht Fragen für eine aufblühende Partnerschaft Blog Image

Eine langjährige und harmonische Beziehung ist vor allem eine Frage der Ausrichtung! Wie jetzt? Ja, du liest richtig. Auch im Bereich der Liebesbeziehung ist die Ausrichtung auf das Positive ein entscheidender Faktor. Der Beitrag von John Gottman John Gottman, ein amerikanischer Psychologe, ist mit seinem Team der Frage nachgegangen: Können wir herausfinden, ob ein Liebespaar […]

Tanja Bakry, 17. Mai 2024

Positive Beziehungen in der Arbeitswelt Blog Image

Positive Beziehungen fördern Wohlbefinden, Motivation und Leistung. In der modernen Arbeitswelt erleben wir aber häufig Zeitdruck, räumliche Distanz und Ausgrenzung. Gabrielle Kellerman gibt Impulse, wie in einer sich stetig beschleunigenden Arbeitswelt Beziehungen gestärkt werden können. Positive Leadership und Beziehung Alle namhaften Ansätze des Positive Leadership betonen den Faktor „Beziehung“. Kim Cameron nimmt Bezug auf Forschungen, […]

Albert Glossner, 13. Mai 2024

High Quality Connections Blog Image

Jane Dutton hat sozialer Interaktionen am Arbeitsplatz untersucht. Daraus entwickelte sie das Konzept der High Quality Connections (HQC). Damit sind kurze positive Interaktionen gemeint, die einen hohen Einfluss auf die Zusammenarbeit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit haben. Was sind High Quality Connections? Unter HQC versteht Dutton kurze (und potentiell wiederkehrende) Momente des Verbundenseins, die sich für die […]

Albert Glossner, 22. April 2024

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner