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Das Ökologische Prinzip im NLP

Das ökologische Prinzip bei Veränderungen

von Christian Rosenblatt, 07. April 2021

„Wenn das die Lösung ist, dann hätte ich gern mein Problem zurück…“
 

In der Begeisterung für etwas Neues verlieren wir mitunter aus dem Blick, welche - möglicherweise auch problematischen - Auswirkungen mit einer Veränderung einhergehen. Ungewollte Nebenwirkung können vermieden werden, wenn man das Vorhaben tiefgreifend erkundet. Im NLP verwenden wir für die Bezeichnung solcher Zusammenhänge den Begriff „Ökologie“ und meinen damit die systemischen Aus- und Wechselwirkungen bei Veränderungsprozessen jeder Art.

Sven ist seit Beendigung seines Studiums bei einem Ingenieurbüro beschäftigt. Der junge Familienvater hatte im Laufe der Zeit immer mehr Verantwortung übernommen. Als nach zwei Jahren Horst, ein altgedienter Projektmanager aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet, bekommt Sven dessen Job angeboten. Er hatte schon eine Weile eng mit Horst zusammengearbeitet und kannte die Abläufe und Kunden von Horst‘s Projekten aus dem FF.

Er ist überglücklich. Mit so einem raschen Karrieresprung hatte er nicht gerechnet und das zusätzliche Gehalt könnten sie gut gebrauchen. Schließlich hatte seine Frau Mareike nach der Geburt ihrer Tochter vor 2 Jahren Ihre Berufstätigkeit auf halbtags reduziert und das neue Eigenheim musste finanziert werden. Nach einem Gespräch mit Mareike stellt sich Sven der neuen Herausforderung.

Sven ist hoch motiviert und beginnt, sich in seinen neuen Verantwortungsbereich einzuarbeiten. Doch schnell merkt er, dass Aufgaben, die dem erfahrenen Horst scheinbar nebenbei und spielerisch von der Hand gingen, ihm selbst sehr viel mehr Konzentration und Zeit abverlangen. Öfter als ihm lieb ist, muss er selbst raus zum Kunden, um Probleme zu beseitigen. Zulieferer und Dienstleister beginnen seine Unerfahrenheit zu nutzen, es passieren Fehler, … Sven gerät immer mehr an seine Grenzen.

Um sein Arbeitspensum zu schaffen kommt er nun oft erst spät nach Hause, wenn seine Familie längst zu Abend gegessen hat und die Kleine schon im Bett liegt. Und auch am Wochenende ist Sven gedanklich oft nicht bei seiner Familie. Dies wiederum beginnt Mareike zu belasten. Auch wenn sie sich nun das eine oder andere leisten können, so hatte sie sich das nicht vorgestellt. Immer öfter kommt es zwischen den beiden zum Konflikt, was sich zusätzlich auf Svens Arbeitsmotivation auswirkt …

Solche oder ähnliche Begebenheiten haben die meisten von uns wohl selbst schon einmal erlebt. In der Begeisterung für etwas Neues verlieren wir mitunter aus dem Blick, welche - möglicherweise auch problematischen - Auswirkungen mit der Veränderung einhergehen. Im Nachhinein ist man fast immer schlauer. Doch manche ungewollte Nebenwirkung hätte vermieden werden können, wenn man frühzeitig innegehalten und das Vorhaben tiefgreifender erkundet hätte. Vieles hätte man vorausdenken und einplanen können. So hätte Sven vielleicht beizeiten mit seinem Arbeitgeber eine Einarbeitungszeit mit stufenweiser Verantwortungsübernahme vereinbaren können, statt gleich ins kalte Wasser zu springen.

Im NLP verwenden wir für die Bezeichnung solcher Zusammenhänge den Begriff „Ökologie“. Ursprünglich aus der Biologie stammend bezeichnet der Begriff dort die Wechselwirkung zwischen Lebewesen untereinander und mit ihrer Umwelt. Im NLP fassen wir den Begriff noch weiter. Wenn NLPler von Ökologie sprechen, dann meinen sie damit ganz allgemein die systemischen Aus- und Wechselwirkungen bei Veränderungsprozessen jeder Art. Es ist Teil einer gewissenhaften NLP-Intervention, diesen Aspekt nicht erst am Ende - „…wenn das Kind vielleicht schon in den Brunnen gefallen ist“ - sondern von Beginn an zu berücksichtigen. Mit dieser Herangehensweise stellen wir sicher, dass die geplante Veränderung verlässlicher und nachhaltiger verläuft. Wie genau tun wir das?

  • Beim sogenannten „Ökocheck“ prüfen und hinterfragen wir, wie die Umwelt - zum Beispiel andere Menschen, Organisationen, Märkte etc. - auf die geplanten Veränderungen reagieren könnten. Was ist der Preis, wenn das Ziel tatsächlich erreicht wurde? Ist die Veränderung das überhaupt wert? Ist der Klient / die Klientin in der Lage und bereit, diesen Preis zu zahlen?
  • Neben den Reaktionen der Umwelt erkunden wir zusätzlich die Folgen im Binnensystem. Beispiel: Eine Klientin trifft die bewusste Entscheidung, das Rauchen aufzugeben. Wenn sie das aber täte: Welche Auswirkungen hätte das auf ihre anderen Bedürfnisse, die ihr in diesem Zusammenhang vielleicht gar nicht bewusst sind? Wie stellt sie beispielsweise sicher, dass sie sich auch als Nichtraucherin weiterhin genügend Pausen gönnt und die netten Leute aus den anderen Abteilungen zum Plaudern trifft?

Setze ich mich bei geplanten Veränderungen mit solchen Fragen nicht frühzeitig auseinander, kann ein Rückfall oder gar Schlimmeres vorprogrammiert sein. Im schlechtesten Falle ist der Preis höher als der Nutzen. „Operation gelungen - Patient tot“ sagt der Volksmund. „Wie konnte ich nur…“ denkt man selbst in so einer Situation.

Was aber meist geschieht ist: NICHTS! Unser Unterbewusstsein sorgt dafür, das kein größerer Schaden entsteht und das System regelt sich auf die Ausgangssituation zurück. Die Veränderung findet nicht statt und es bleibt bei guten Vorsätzen. Denn unsere Vorhaben scheitern oftmals nicht infolge mangelnder Disziplin, sondern weil wir mögliche „ökologischen“ Auswirkungen nicht beachteten, bevor wir uns auf den Weg machten.

Wenn du nun selbst ein Ziel vor Augen hast, welches du gern erreichen möchtest, dann stelle dir zunächst vor, du hättest es bereits erreicht. Wo bist du dann, wie geht es dir? Und um die Chancen der Zielerreichung zu erhöhen und das Ziel nachhaltiger zu gestalten, stelle dir selbst folgende „Öko“-Fragen:

  • Wie wird meine Umwelt reagieren? Habe ich die Ressourcen, auch mit unbequemen Reaktionen umgehen zu können? Was kann ich tun, um schwierigen Reaktionen vorzubeugen? Kann ich vorab lernen, die Immunität und Resilienz zu entwickeln, um mit den Auswirkungen zurechtzukommen?
  • Welche anderen Faktoren und Lebensbereiche werden durch die Zielerreichung beeinflusst? Wie werde ich mit den Folgen umgehen? Bin ich bereit und in der Lage, den „Preis“ zu zahlen?
  • Welche Vorteile oder Gewinne hat das Alte, an welche ich bisher vielleicht noch gar nicht gedacht habe? Habe ich gegebenenfalls die Möglichkeit, einen Teil des Alten auch noch beizubehalten und dessen Nutzen künftig auf andere Weise sicherzustellen? Inwieweit und in welchen Situationen kann das alte Verhalten vielleicht auch noch gute Dienste leisten? Begreife das Neue als eine zusätzliche Option und nicht als ein Ersatz des Alten!  
  • Wie könnte ich gegebenenfalls das Ziel selbst oder den Weg dorthin so modifizieren, dass die Auswirkungen „ökologischer“ ausfallen?

Wenn du dich zu Beginn eines Vorhabens diesen Fragen gewissenhaft stellst, wirst du die Chancen der Zielerreichung und die Nachhaltigkeit deiner Veränderung signifikant erhöhen.

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