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Blended Learning - unterschiedliche Lernformate: formal/ informell und geleitet/ selbstgesteuert

Blended Learning: Lernformate

von Albert Glossner, 02. August 2022

Blended Learning kann als Kombination verschiedener Lernformate verstanden werden. Dabei bringt die Unterscheidung von formalem und informellem Lernen, von gesteuertem und selbstgesteuertem Lernen gedankliche Klarheit. Was genau ist damit gemeint? 

Formales und informelles Lernen

Mit formalem Lernen ist gemeint, dass Ziele und Inhalte durch den/die Trainer*in vorgegeben sind. Dies ist in klassischen Trainings der Fall, egal ob in Präsenz oder online. Die meisten Lernformate, die in Aus- und Weiterbildungen genutzt werden, fallen in diese Kategorie. 
Informelles Lernen bedeutet, dass Ziele und Inhalte selbst gewählt sind. Das bedeutet, ich als Lernender entscheide, was ich lerne (indem ich beispielsweise selbst recherchiere, selbst lese oder selbst etwas ausprobiere). Auch Coaching, Supervision, manche Workshops und manche Teamentwicklungen sind Beispiele für informelles Lernen; nämlich dann, wenn Lernende über Inhalte und Ziele selbst entscheiden können.
In diesem Zusammenhang wird häufig die 70:20:10-Regel zitiert. Diese bezieht sich auf die Verteilung von formalen vs. informellen Lernen und besagt, dass wir 70% durch praktische Tätigkeit (also informell) lernen, 20 % in der Interaktion mit Vorgesetzten oder Kollegen (also eine Mischform von formalem und informellem Lernen) und nur 10 % in der klassischen (formalen) Weiterbildung. 
Beispiel Verkaufsberater:

  • 70 % des Fachwissens wurden durch Verkaufspraxis erworben (Auseinandersetzung mit neuen Kundenanforderungen, neuen Produkte und selbstständiges Lösen dieser Fragen)
  • 20 % durch Gespräche mit anderen Verkäufern, Meetings, Erfahrungsaustausch
  • 10 % durch fachliche Weiterbildung

Diese Zahlen sind allerdings in einer Befragung von erfahrenen Führungskräften erhoben worden. Die aus meiner Sicht sehr berechtigte Kritik an dieser Regel beinhaltet, dass die Verteilung von formalem und informellem Lernen nicht in allen Tätigkeiten/ Qualifikationsstufen gleich ist. Die Bedeutung informellen Lernens ist geringer, je niedriger die Qualifikation und je weniger Erfahrung vorhanden ist.
Beispiel Verkaufsberater: Bei einem neu angestellten Verkaufsberater ist zunächst ein hoher Bedarf an Training (formales Lernen) vorhanden. Später ist dann wichtiger, dass er weiß, an wen er gezielte Fragen stellen kann. Er benötigt punktuell Training und profitiert vom Erfahrungsaustausch mit Kollegen.

Gesteuertes und selbstgesteuertes Lernen

In der Literatur findet sich leider keine allgemeingültige, von allen geteilte Definition selbstgesteuerten Lernens wieder. Teilweise wird auch von selbstorganisiertem oder selbstbestimmtem Lernen gesprochen. Von Jürgen Sammert habe ich folgende Definition übernommen: Selbstgesteuertes Lernen meint, dass das „Was“, also Inhalte und Ziele vorgegeben sind, aber der Lernendende über das „Wie“ entscheidet:  also über Quellen, Methodik, Zeit, Partner und Ort des Lernens. Je mehr Freiräume gegeben sind, desto selbstgesteuerter ist das Lernen.
Trainings sind meist durch gesteuertes Lernen gekennzeichnet. Ein Training kann aber auch selbstgesteuerte Lernphasen beinhalten: beispielsweise in Einzel- oder Gruppenarbeiten, wenn den Teilnehmenden überlassen wird, wann und wie sie ein Thema bearbeiten. Dabei können Phasen selbstgesteuerten Lernens dem Lernenden in unterschiedlichem Ausmaß Entscheidungsspielräume geben.
In der Praxis erfordert selbstgesteuertes Lernen eine entsprechende Lernkompetenz der Lernenden. Das bedeutet die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren, sich selbst zu motivieren, Inhalte aufzubereiten, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und angemessene Lerntechniken anzuwenden. Die Drei-Drittel-Regel besagt, dass etwa ein Drittel der Lernenden vollständig selbstgesteuert lernen können, ein weiteres Drittel teilweise Anleitung benötigen und ein letztes Drittel starke Steuerung benötigen. Dies bedeutet beispielsweise, dass beim Einsatz selbstgesteuerter Lernformate (z. B. e-Trainings als Selbstlerneinheiten) darauf geachtet werden muss, über welche Selbstlernkompetenz die Lernenden tatsächlich verfügen und welche Anleitung/ Unterstützung nötig ist. 

Einordnung der Lernformate

Die Dimensionen formal vs. informell und gesteuert vs. selbstgesteuert im Überblick:
 

Beide Dimensionen können aber als unabhängig voneinander verstanden und damit in einem Koordinatenkreuz dargestellt werden.

Nun können in dieses Koordinatenkreuz verschiedene Lernformate eingeordnet werden. So zeichnet sich Training (präsenz und online) dadurch aus, dass es formal (Ziele und Inhalte vorgegeben) und überwiegend gesteuert (Zeit und Methodik vorgegeben) ist. Coaching, kollegiale Fallberatung und Supervision sind Lernformate, in denen meist die Lernenden über Ziele und Inhalte bestimmen (also informell), aber Zeit und Methodik vorgegeben ist (gesteuert). Demgegenüber sind in Selbstlerneinheiten Inhalte vorgegeben (formal), aber Zeitpunkt und das „Wie“ der Bearbeitung sind den Lernenden überlassen (selbstgesteuert). Austausch mit Kollegen oder Recherche im Internet sind Beispiele für Lernformate, die selbstgesteuert und informell stattfinden.


Blended Learning als Kombination von Lernformaten

Nun kann Blended Learning als die Kombination unterschiedlicher Lernformate verstanden werden. Diese Definition geht über die meist übliche Definition von Blended Learning als Mischung von Präsenz- und Online-Lernen hinaus und regt die Einbindung unterschiedlichster Lernformate an. Die Kriterien formal/ informell und gesteuert/ selbstgesteuert bieten nun einen theoretischen Hintergrund, geeignete Lernformate auszuwählen. Hierzu sind folgende Kriterien hilfreich:

  • Um welche Art des Lernens geht es: Stehen Wissens- Verhaltens- oder Einstellungsziele im Vordergrund?
  • Was bringen die Lernenden mit: Über welche Selbstlernkompetenz verfügen sie, welches Vorwissen bringen sie mit, an welcher Stelle des Lernweges stehen sie?
  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung: Welchen Zugang zu IT/ Technik verfügen die Teilnehmer*innen, welche finanziellen Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Wie sieht die Anwendung des Gelernten aus: Findet die Anwendung eher in Präsenz (was für Präsenzlernen spricht) oder in Online-Umgebungen (was für Online-Lernen spricht) statt?

Die Beantwortung dieser Fragen machen deutlich, welche Arten des Lernens und welche Lernformate für dein Blended Learning Projekt am geeignetsten sind.

Wie du Blended Learning Prozesse konkret planst, gestaltest und auf welche Weise du Selbstlerneinheiten entwickelst, lernst du im Modul „Blended Learning“ der modularen Trainerausbildung.


Literatur:
Sammert, Jürgen; 2019: Vom Trainer zum agilen Lernbegleiter
 


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