Mein Verständnis vom Coaching

Mein Verständnis vom Coachingvon Peggy Kammer

Coaching ist ein vertrauliches, freiwilliges Arbeiten unter vier Augen, bei dem es um das Erreichen der Ziele des Coachees geht. Coaching soll Veränderungs- und Selbsterkenntnisprozesse ermöglichen. So weit, so gut, so klar. Doch was braucht es, damit dies möglich wird? Wie sieht ein Coachingprozess aus, der den Coachee bestmöglich unterstützt, fördert und fordert, seine Ziele zu erreichen? Und welche Aufgaben hat der Coach dabei? Das WIE im Coaching…

Zwei Aufgaben des Coachs

Waren Sie schon mal bei einem Coach? Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, gehört es doch mittlerweile als fester Bestandteil zu Personalentwicklungsprogrammen in Unternehmen. Und auch als Privatleute wenden wir uns immer häufiger an externe Begleiter, wenn wir allein nicht weiterkommen.

Veränderungen gehören zu unserem Leben und wir durchlaufen sie immer wieder – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Das Beste, was ein Coach in solchen Phasen der Veränderung leisten kann, ist: Den Prozess beschleunigen, so dass wir schneller zum Kern einer Herausforderung vordringen können, erkennen, lernen und modifizieren – und weiterkommen, also uns entwickeln. Der Coach wirkt als Katalysator.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Coach“ ist „Kutscher“. Lassen Sie uns doch mal diese Bedeutung als Metapher nehmen für die Rolle des Coachs – der Coach als Kutscher:

Wie ein Kutscher begleitet der Coach seinen Coachee auf dessen Weg von A nach B. Der Coach kennt sein Gefährt, er ist viele Wege schon gefahren, kennt Abkürzungen und besondere Schlaglöcher. Er hat eine Karte von dem Gebiet, in dem sie unterwegs sind. Gleichzeitig ist der Kutscher sehr aufmerksam, weil er auf jeder Fahrt etwas Neues entdeckt. Er kann seinem Coachee während der Fahrt die Landschaft zeigen und so dessen Perspektiven erweitern. Manchmal gibt es Weggabelungen, an denen der Coach seinen Coachee zum Anhalten und Innehalten anregt. Und immer ist der Coachee derjenige, der entscheidet, wohin die Reise geht, ob und wann die Route geändert wird und wann er aussteigen möchte weil er (zunächst) am Ziel ist.

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen romantisch und leicht. Und irgendwie ist es das auch – und auch wieder nicht. Der Knackpunkt ist, dass wir als Coachs, als Begleiter von Veränderungsprozessen, unsere Rolle klar haben. Und unsere Aufgabe ist nicht, den Coachee als Empfänger von trickreichen Methoden zu deklassieren. Sondern: dass wir da sind und eine Beziehung eingehen.

Das WIE im Coaching: Wachheit, Interesse und Empathie

Für uns heißt Coaching: eine Beziehung eingehen, die durch Wachheit, Interesse und Empathie gekennzeichnet ist. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber). Diese scheinbar simple Losung hat es in sich und fordert uns bis aufs Äußerste:

Mein Verständnis vom Coaching
  • Sagen, was ist.
  • Teilen, was wir wahrnehmen, womit wir resonieren.
  • Unseren Vermutungen folgen und sie auch wieder lassen.
  • Unterscheiden, was innen und was außen ist.
  • Mitfühlen und ganz nah dran sein am Coachee.
  • Und auch wieder die Meta-Position einnehmen und den Prozess im Blick haben.
  • Führen und führen lassen.
  • Nicht weglaufen, wenn es heiß wird (und wir und der Coachee ins Schwitzen kommen).
  • Konfrontieren und Verständnis haben.
  • Wissen worum es geht und sich überraschen lassen.
  • und und und

Es gibt drei wesentliche Voraussetzungen dafür, dass wir das können:

Das ist zum einen ein hoher Grad an Selbstkenntnis und zum anderen die Bereitschaft, zu lernen und uns in Frage zu stellen – also auf eine immer wieder neue Erkundungsreise mit unserem Coachee zu gehen. Gleichzeitig brauchen wir das Vertrauen in unsere Kompetenz, die immer gleichen Prozessstrukturen ganz professionell nutzen zu können, um nicht nur für unseren Coachee da zu sein, sondern ihn bei seiner Entwicklung zu unterstützen.

Zu wissen, womit wir identifiziert sind, was wir ablehnen, was uns triggert, wann wir gern mit unserem Gegenüber verschmelzen und was uns völlig fremd ist; unsere eigenen Entwicklungsprozesse verarbeitet und reflektiert haben; klar zu sein, durch welche Herausforderungen wir selbst durch sind und anderen wirklich helfen können und auch klar zu sein, von welchen Problemen wir besser die Finger lassen, weil wir selbst noch im Nebel stehen; als Person präsent sein und gleichzeitig unsere professionelle Rolle spielen – und wissen, wann was gebraucht wird … Ja, das ist anspruchsvoll und fordernd. Es macht aber auch Riesenspaß, weil wir nicht nur ein erlerntes Repertoire an Methoden abspulen, sondern live und in Farbe da sind und mit unserem Coachee lernen. Und nur so können wir wirklich einen Unterschied machen.

Das WIE in der Coachingausbildung

Die nächste Runde der Coachingausbildung, in der du all das lernen und erproben kannst, startet im September 2015 www.abb-seminare.de/coachingausbildung


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