von Albert Glossner, 04. September 2023
Wenn von Teamentwicklung gesprochen wird, gibt es häufig ein unterschiedliches Verständnis davon. Welches Team ist genau damit gemeint? Was ist das Ziel von Teamentwicklung? Welche Methoden sind empfehlenswert? Dieser Beitrag versucht Klarheit zu schaffen.
Gruppen zeichnen sich aus durch:
Die Gruppe ist, mehr noch als die Familie, die ursprünglichste Organisationsform des Menschen. Ein tiefer Teil der individuellen und kollektiven Erfahrungen ist es, Teil eines größeren sozialen Ganzen zu sein, das Zugehörigkeit, Schutz und Heimat bietet, den Boden und den Raum für die eigene Identität und die Lebensrollen zur Verfügung stellt. Aber Gruppen weisen auch klare Grenzen auf hinsichtlich dessen, was man als Mitglied dieser Gruppe wahrnehmen, fühlen und tun darf, ohne das Ansehen oder gar die Mitgliedschaft zu riskieren und evtl. zu verlieren.
Auch wenn diese Unterscheidung nicht allgemein so genutzt wird, unterscheiden wir in unserer Arbeit zwischen (Lern-) Gruppen und (Arbeits-) Teams. In beiden Gruppenformen sind grundsätzlich die gleichen Phänomene zu beobachten und alle Modelle können auf beide Gruppenformen angewendet werden. Dennoch gibt es zwei entscheidende Unterschiede:

Das hat die Konsequenz, dass die Beziehungsdynamik in einer (Lern-)Gruppe unverbindlicher ist und es hier leichter ist, neue Verhaltensmuster zu erproben. Konflikte können leichter angesprochen und geklärt werden. Es ist von vorneherein klar, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist und man nicht so voneinander abhängig ist, wie in einer dauerhaften Arbeitssituation.
Wir wissen, dass die Lernleistung Einzelner positiv durch die Gruppenentwicklung in der Trainingsgruppe beeinflusst sind. Wenn wir entspannt sind, uns sicher fühlen, lernen wir besser, als wenn die Lernsituation durch Unsicherheit, Stress oder gar Konflikte beeinträchtigt wird.
Weitere Informationen dazu findest du in folgenden Blog-Beiträgen:
Häufig werden Trainings angesetzt, um die Entwicklung bestehender Arbeitsteams zu fördern bzw. die Fähigkeit zur Teamarbeit zu verbessern. Hier können grundlegend zwei Ansätze unterschieden werden:
Hier sind Ziele, Inhalte und Methoden des Trainings von vorneherein definiert. Die Konzepte hier bestehen aus einer Mischung von:
Ein sehr gutes Beispiel für ein in dieser Weise konzipiertes Training zur Teamentwicklung findest du hier: Heckner, Kathrin; Kellner Evelyne (2010): Teamtrainings erfolgreich leiten.
Hier ist kein klares Lernziel und keine klaren Inhalte vorab definiert. Das Training hat eine Entwicklungsperspektive: die Teamarbeit zu verbessern. Diese Form der Teamentwicklung eignet sich ausschließlich für bestehende Teams. Der Ausgangspunkt ist die aktuelle Teamsituation und folgende Fragen können eine Leitlinie für die Arbeit mit dem Team darstellen:
Hier konzentriert sich die Rolle des Trainers / der Trainerin auf die Moderationsrolle. In manchen Zusammenhängen wird dieses Vorgehen der Teamentwicklung auch als Teamcoaching oder Teamsupervision bezeichnet.
Bei der Bearbeitung von Konflikten halte ich es für absolut notwendig, klar zwischen Arbeits- (=Rollen-) Beziehung und Personenbeziehungen zu trennen, wohlwissend, dass sich beide oft vermischen. Aber zu definieren, auf welcher Ebene ein Konflikt angesiedelt ist, schafft häufig Klarheit und Entlastung.
Theoretische Hintergründe, Methoden und praktische Übungen zu all diesen Themen erfährst und erlebst du im Modul Gruppe und Team der abb-Trainerausbildung.
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