10 Aktivierungsübungen für mehr Energie im Seminar

aktivierungsübungenvon Dorit Häuser

Aktivierungsübungen, Spiele, Auflockerungsspiele, Energyzer, Energieaufbau, Aktivierung … Mit diesen Begriffen meinen viele Trainer das Gleiche: kurze, aktivierende, häufig mit Bewegung verbundene Übungen.

Hier haben wir Ihnen 10 Aktivierungsübungen für tolle Spiele im Seminarkontext zusammengestellt.

Außerdem geben wir Ihnen ein paar grundlegende Tipps für den Umgang mit Aktivierungsübungen im Seminarkontext an die Hand

 

Aktivierungsübungen können folgende Ziele haben:

  • sie lockern das Training / Seminar / Unterricht auf,
  • bringen den Kreislauf in Gang,
  • bringen Teilnehmer in einen guten Zustand,
  • fördern die Atmosphäre in der Gruppe durch Lachen, Spaß und gemeinsames Erleben,
  • fokussieren die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nach einer Pause wieder auf eine gemeinsame Tätigkeit,
  • sie vermitteln nebenbei für das Lernen förderliche Suggestionen, wie z.B.: „hier ist es in Ordnung, nicht perfekt zu sein“ oder „hier darf man auch mal Fehler machen“.

aktivierungsuebungenUnser Tipp: Um eine Akzeptanz bei den Teilnehmern zu erreichen, empfiehlt es sich, zu Beginn den Einsatz dieser Aktivierungsübungen kurz zu begründen und bei der Auswahl geeigneter Übungen sorgfältig vorzugehen. Dies bedeutet, mit eher „harmlosen“ Übungen zu beginnen und je nach Resonanz der Gruppe den Spaßfaktor schrittweise zu steigern. Je mehr es gelingt, einen Bezug der Übung zum Thema oder zur folgenden Lernaktivität („… für folgendes Thema benötigen wir viel Aufmerksamkeit und Konzentration, dazu eine kleine Übung….“) herzustellen, desto größer die Akzeptanz.

10 Aktivierungsübungen

Viele Trainer erarbeiten sich mit der Zeit eine Sammlung von häufig eingesetzten Aktivierungsübungen. Hier die TOP 10 der Aktivierungsübungen aus der Praxis der abb-seminare:

1. Mond und Satellit

Alle Teilnehmer stehen im Kreis.
Jeder Teilnehmer sucht sich gedanklich einen anderen Teilnehmer aus, der für ihn sein „Mond ist“.
Gleichzeitig ist jeder Teilnehmer auch Satellit.
Auf ein Zeichen des Trainers geht es nun darum, möglichst schnell als Satellit seinen Mond drei Mal zu umkreisen.

2. Klatschen weitergeben

Alle stehen im Kreis. Ein Klatschen wird im Kreis weitergegeben.

Variante 1: mit stets steigernder Geschwindigkeit
Variante 2: ein zweites Klatschen verfolgt das erste Klatschen
Variante 3: Doppelklatschen bedeutet Richtungswechsel
Variante 4: Bestimmten Rhythmus klatschen (z.B. Dreiviertel-Takt)

3. Zwölf Monate

Alle stehen im Kreis.
Der Trainer erläutert, dass es lange und kurze Monate gibt.
„Januar ist lang, Februar kurz, März lang, und so weiter …“
„Nun werden wir diese gemeinsam sprechen und dies jeweils mit einer kleinen Bewegung unterstützen: Bei einem langen Monat machen wir uns lang, bei einem kurzen Monat kurz“  – Trainer macht vor.
Dann gemeinsam starten, laut und deutlich sprechen…

4. Bis 20 zählen

Die Gruppe erhält die Aufgabe, von 1 bis 20 durchzuzählen, wobei keine feste Reihenfolge eingehalten werden darf.
Sobald 2 Teilnehmer die gleiche Zahl gleichzeitig sagen, muss neu gestartet werden.

5. Der Kunde stört immer

Prozess installieren:
Die Teilnehmer stehen im Kreis.
Trainer: „Nun installieren wir einen Prozessablauf“.
Sie beginnen, indem Sie einem Teilnehmer A einen Ball zuwerfen, möglichst jemanden, der Ihnen gegenübersteht. Dieser wirft ihn zu Teilnehmer B, B wirft ihn nun zu C etc., bis jeder (nur) einmal einen Ball erhält.
Bevor die Übung losgeht, informieren Sie die Gruppe, dass sich jeder merken soll, wem er den Ball zugeworfen hat und von wem er ihn bekommen hat. Wer den Ball weitergegeben hat verschränkt die Arme, so dass jeder den Ball nur einmal erhält.

Nachdem die erste Runde gelaufen ist, lohnt es sich, noch eine zweite anzuschließen, denn es gibt immer wieder Teilnehmer, die noch nicht mitbekommen haben, dass es wichtig ist, immer die gleiche Reihenfolge beizubehalten.

Nun geht es richtig los:
Es beginnt wie oben, doch bald darauf werfen Sie einen zweiten Ball in die Runde, dann den dritten usw. Dabei bleibt die Reihenfolge immer gleich. Wenn es gut läuft, entsteht ein richtiger Rhythmus. Aber natürlich lässt mal jemand den Ball fallen – dann ist der Rhythmus wieder unterbrochen.

Weitere Elemente kommen hinzu:
Wenn der Prozess steht, kann ein zweites Element hinzugenommen werden, d.h. ein andersfarbiger Ball – der Kunde, nach dem Motto: „Der Kunde stört immer“.

Als drittes Element kommt dann die gewerkschaftlich vereinbarte Pause hinzu – ein Glas Wasser, das im Kreis herumgereicht wird

6. Chaos hoch drei

Reihenfolge festlegen:
Alle stehen im Kreis. Anzahl der Teilnehmer ist n. Zunächst werden Zahlen von 1 bis n vergeben und dadurch eine Reihenfolge festgelegt. Diese wird wiederholt, bis der Ablauf (jeder kommt einmal dran) stabil steht.

Farben vergeben:
In der nächsten Runde werden Farben vergeben. Wichtig ist: jede Farbe nur einmal, jeder erhält eine Farbe. So entsteht auch hier eine Reihenfolge. Wenn dieses einmal wiederholt ist, füge ich als Trainer die Zahlen hinzu, so dass Reihenfolge Zahlen und Reihenfolge Farbe gleichzeitig ablaufen.

Positionswechsel integrieren:
Wenn dies stabil läuft, sage ich Stopp und führe den Positionswechsel ein: ich gehe zu einem Teilnehmer, tippe ihn an und nehme seinen Platz ein. Der geht zu einem anderen Teilnehmer, der wieder zu einem anderen, bis auch hier eine Reihenfolge installiert ist. Sobald diese stabil läuft, nehme ich wieder Farbe und Zahl hinzu.

7. Oma Löwe Samurai

Es werden zwei Teams gebildet. Die knobeln gegeneinander, wobei sich ein Team immer gemeinsam auf ein Symbol einigen muss.

Es gibt:

  • Löwe (Hände zu Krallen geformt, ein Schritt nach vorne, Löwengebrüll)
  • Samurai (schlägt mit Schwert zu und macht „Ha“)
  • Oma (erhobener Zeigefinger, tippelt nach vorne, macht „Dudududu“)

Die Regeln sind:

  • Löwe frisst Oma
  • Samurai schlägt Löwe Kopf entzwei
  • Oma schimpft Samurai

Anschließend spielen beide Teams z.B. 5 Runden gegeneinander.

8. Dies ist mein Knie

Alle Teilnehmer sitzen im Kreis.
Trainer beginnt. „Dies ist mein Knie“ und zeigt auf Ellebogen.
Nächster Teilnehmer im Kreis sagt „Dies ist mein Ellebogen“ und zeigt auf ein anderes Körperteil.
Nächster TN im Kreis benennt das vorher gezeigte Köperteil und zeigt auf ein anderes. Usw.
Dies zwei Runden lang spielen.

9. Schultern hochziehen

Alle stehen im Kreis.

  1. Runde: Gemeinsam einatmen, dabei Schultern hochziehen und beim Ausatmen Schultern fallen lassen. Als Trainer die Teilnehmer ermuntern, dies geräuschvoll zu tun.
  2. Runde: Das Einatmen (mit Schulternhochziehen) wandert im Kreis. Erst in der zweiten Runde wird ausgeatmet (mit Schulternfallenlassen).
  3. Runde: Getrennter Einsatz der Schultern: Wie in einer Laola-Welle wird erst die eine, dann die andere Schulter hochgezogen und dabei eingeatmet, in der nächsten Runde ausgeatmet.

10. Großer Regen

Alle stehen im Kreis.

Trainer startet mit einer Bewegung, die ein Geräusch verursacht. Dies wird von TN zu TN weitergegeben, so dass immer mehr mitmachen. In der nächsten Runde wird das Geräusch ersetzt durch ein zweites, ein drittes usw. Dadurch entsteht ein „Konzert“, das einem Sommerregen (Winterregen, o.ä.) ähnelt.

  1. Runde: Handflächen aneinander reiben.
  2. Runde: Finger schnipsen
  3. Runde: Auf Beine trommeln
  4. Runde: Finger schnipsen
  5. Runde: Handflächen aneinander reiben
  6. Runde: Stille

Hier können Sie sich diesen Artikel kostenlos als PDF downloaden: 10 Aktivierungsübungen für mehr Energie im Seminar.pdf


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2 Kommentare zu “10 Aktivierungsübungen für mehr Energie im Seminar”

  1. Ana Hüffmeier

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    für ein Seminar unserer Selbsthilfegruppenleiter suchen wir für den 24.9. oder 25.9. noch einen Referenten, der der Gruppe das Thema „Gruppenspiele für Erwachsene“ näherbringt.
    Die Teilnehmer haben sich dies Thema selbst gewünscht, da es in den Treffen der Selbsthilfegruppen immer wieder Situationen gäbe, wo ein Spiel die Runde auflockern oder das Eis brechen könnte.
    Hätten Sie jemanden, den sie uns empfehlen könnten?
    Das Seminar würde im Haus Rheinsberg stattfinden(http://www.hausrheinsberg.de/). Alle Teilnehmer haben die chronische Krankheit MS, einige sitzen im Rollstuhl. Es müssten daher Spiele sein, an denen alle teilnehmen könnten.
    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
    Ana Hüffmeier
    Dipl.-Päd.
    DMSG Berlin e.V.
    Aachener Str. 16
    10713 Berlin

    Antworten
  2. Andreas Herrmann

    Ich finde die genannten Übungen großartig! Der Anfang für solche Spiele ist immer schwer, für manche Teilnehmer. Aber wenn das Eis erstmal gebrochen ist, dann sind das oft unvergessliche und aktivierende Momente für jeden Teilnehmer. Danke für die wertvollen Tipps!

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