Weiterbildungen werden digitaler – Was bedeutet das für mich als Trainerin?

Online lernenvon Elisabeth Penselin

Als ich selbst bei abb-seminare meine Trainerausbildung absolviert habe, war für mich klar: das Weiterbildungsgeschäft, klassische Seminare, das ist voll mein Ding. Bis heute. Doch mit meiner Tätigkeit als Trainerin stolperte ich schnell über verschiedene Tücken, die dieser Beruf mit sich bringt. Zum einen sind meine Seminaraufträge zu 95% nicht in meiner Wahlheimatstadt Dresden, was reisen und Hotelbetten-„Hopping“ mit sich bringt.

Zum anderen erlebe ich nicht jedes Tagestraining oder jede mehrtägige Kompaktschulung am Stück als sinnvoll.

Mit der Selbständigkeit stand ich dann natürlich auch vor der Frage: Wie komme ich an meine Trainingsaufträge? Dabei bin ich auf mehreren Wegen immer wieder auf Webinare gestoßen und bin in die Welt der Onlineseminare eingetaucht…

Die ersten Schritte online…

Ausbildung Juli 2015 5Alles begann vor 7 Jahren mit kostenfreien Web-Schulungen, mit denen ich eigene Seminarangebote online vermarktet habe. Also 60 Minuten, in denen ich mich als Trainerin vorstelle, mein Seminarthema in den Fokus rücke, dazu ein paar Einblicke gebe und am Ende eine Dienstleistung zur Vertiefung vorstelle – in etwa vergleichbar mit einem Vortrag auf einem Kongress, nur online zu einem festen Termin als digitale Live-Veranstaltung.

Aus diesen kostenfreien Webinaren sind dann irgendwann kostenpflichtige Online-Weiterbildungsangebote geworden. Anfangs dauerte eine solche Onlineveranstaltung von mir 60 Minuten, heute geht sie teilweise auch über mehrere Tage. Das klingt jetzt vielleicht erst einmal verblüffend, einen ganzen Tag „vor der Kiste“ – wie soll das gehen? J Doch vorab, warum ich so überzeugt von Onlineseminaren bin…

3 Gründe, warum ich mir heute mein Trainer-Leben ohne „online“ nicht mehr vorstellen kann…

Mein Plan war es ursprünglich nie, „Experte“ für das Thema digitales Lernen und Online-Trainings zu werden. Doch es gibt drei Gründe, die mich immer wieder zu diesem Thema führten:

  1. Der erste Grund ist ganz persönlich und hat mit Freiheit und Lebensqualität zu tun.
  2. Der zweite Grund ist ganz pragmatisch und betrifft Angebot und Nachfrage am Trainingsmarkt.
  3. Der dritte Grund ist ganz „Trainer-like“ und betrifft die didaktischen Vorteile, die ich in Online-Trainings sehe.

Dazu nun etwas ausführlicher.

Der erste Grund für meine Freude an Onlineseminaren ist ganz persönlich:

Ich genieße es sehr, von meinem Dresdner Schreibtisch aus auch Seminare anbieten zu können. Ohne Reisen. Gleichzeitig dennoch intensiv mit anderen Menschen zu arbeiten. Ich bin persönlich immer wieder happy, wenn ich ein gutes Online-Training hatte, meinen PC ausmache und dann mein ganz normales Alltagsleben leben darf, ohne Hotel-Check-In, ohne etwas zu Essen zu suchen in irgendeiner Stadt, ohne stundenlange Autotouren oder DB-Reisen.

Außerdem liebe ich die Flexibilität, die mir Onlineseminare bieten. Wenn ich Lust auf ein bestimmtes Thema habe, dann biete ich manchmal auch einfach nur mal ein 2-stündiges Webinar einem bestimmen Interessentenkreis an, um mich darin zu erproben, Feedback zu bekommen oder mich online mit anderen auszutauschen. Dafür brauche ich keinen Extra-Seminarraum, große Einladungen, Anreisen usw.

Ich trainiere sehr gern Präsenz. Doch für mich ist die Kombination super, dass ich heute auf beiden Klaviaturen spielen kann.

Der zweite Grund, der mich immer wieder zu Onlineseminaren führt, ist ganz pragmatisch:

Alles wird digital(er). Egal wohin ich schaue. Vom selbstfahrenden Auto bis hin zur Digitalisierung der eigenen vier Wände (Stichwort „Amazon Echo Dot Alexa“ – vielleicht hast du dies schon im TV-Spot gesehen?). So wird auch das Lernen digitaler – in Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Privat.

Wenn ich als Trainerin mein Wissen vermitteln und meine Botschaften verbreiten möchte, dann denke ich ist es wichtig, sich mit dieser Entwicklung und ihren Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Für mich heißt das nicht, dass ich jeden Trend mitmachen muss. Doch ich bin Anfang 30 – wenn ich jetzt sage, ich gehe nicht online, glaube ich, dass ich in 10 Jahren mit meinen Angeboten am Markt vorbei lebe…

Die Nachfrage nach Onlineseminaren wächst und wächst. Immer mehr Trainer berichten mir, dass sie zunehmend von Unternehmen angefragt werden, ob sie ihr Thema auch online schulen könnten. Vieles ist noch in den Kinderschuhen. Viele Unternehmen rüsten erst langsam um auf digitales Lernen. Doch es kommt, und je früher man selbst in diese Welt eintaucht, je besser, so meine Erfahrung. Beispielsweise ist es bei vielen Inhouse-Verhandlungen noch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, wenn ich mein Seminarangebot als Kombination aus Präsenz und Online anbiete.

Gleichzeitig empfinde ich Webinare auch als Marketing- und Akquise-Instrument für Selbständige und Bildungseinrichtungen als tollen Kanal. Viele Trainer haben meiner Meinung nach tolle Ideen und Konzepte, die oftmals in einer digitalen „Schublade“ abgelegt werden und dort vor sich hin schlummern. Das ist schade. Hier ließe sich auch mit Online-Akquise in Form von Webinaren einiges erreichen. Doch das nur mal am Rande…

Der dritte Grund, der mich regelmäßig Webseminare durchführen lässt, ist ganz Trainer-like:

Ich habe zwar Erwachsenenbildung studiert, aber nicht wirklich viel darüber gelernt, wie gelungenes Lernen im Seminarkontext von mir gestaltet werden kann. In meiner abb-Trainerausbildung haben sich 2009 dann für mich neue Welten eröffnet, wie ich teilnehmernah, abwechslungsreich und nachhaltig Seminare durchführen kann. Doch wie geht das auch online?

Ich habe in den letzten Jahren viele Webinare besucht und die meisten ermüden mich: Sie bestehen aus reinen PowerPoint-Vorträgen. Dabei hatte ich PowerPoint fast komplett aus meinen Präsenztrainings verbannt – jetzt soll ich online damit wieder anfangen? Und Gruppen beschallen? Genau das kann es nicht sein! Leider waren meine ersten Webinare genau das und haben mir daher zu Beginn selbst keine Freude gemacht.

Auf der anderen Seite sehe ich auch die Unwissenheit bei vielen Unternehmen. Zum Thema Onlinelernen fällt ihnen oft bisher nur eins ein: Selbstlern-Kurse für Ihre Mitarbeiter in Form von eBooks, Videos, Onlinetests und ähnlichem. „Wissen aus der Konserve“ nenne ich das gern. Auch das hat seine Berechtigung – denn letztlich ist der Lernende auf sich allein gestellt und wurschtelt sich durch das Thema. Vielleicht steht ihm ein Trainer in einem Chat-Forum für Fragen zur Seite. Aber viele Vorteile, die ein Lernen in der Gruppe bietet, gehen hier völlig verloren…

Die Frage, die mich daher in den letzten 3 Jahren besonders angetrieben hat, meine Onlinetrainings immer weiter zu entwickeln: Wie kann ich online so nah wie möglich an die Qualität meines Präsenztrainings herankommen? Wie kann ich Menschen erreichen? Öffnen? Austausch anregen? Übungen anleiten? Praxisnah trainieren? Nachhaltig lernen? …

Ich bin überzeugt, dass das geht und die Rückmeldung meiner Teilnehmer zeigen es auch: es geht online mehr als viele Trainer-Kollegen es sich zunächst vorstellen können. Es gibt heute für vieles einfache technische Lösungen in Form von virtuellen Klassenräumen (Webinar-Plattformen). Manchmal braucht es nur etwas Kreativität, die Methode aus dem Präsenztraining gut an die digitalen Möglichkeiten eines Webinars anzupassen. Und letztlich leben auch die Onlineseminare genauso wie Präsenztrainings von der eigenen Person als Trainer.

Online Trainer Ausbildung Einblick 3Und noch etwas: Ich möchte die Vorteile von Onlineseminaren für Teilnehmer nicht mehr missen:

Ich habe zum einen mit Teilnehmern in meinen Webinaren zu tun gehabt, die zum Beispiel auf Grund familiärer Verpflichtungen nicht an einem Präsenztraining hätten teilnehmen können. Wie schön, wenn ich sie so online erreichen kann, für ein Thema, das mir wichtig ist.

Zum anderen habe ich über einen längeren Zeitraum eine Gruppe von Selbständigen mit regelmäßigen Treffen online begleitet. Nach der Methode der kollegialen Fallberatung haben wir uns einmal im Monat für 3,5 Stunden online getroffen und zu diversen Fragen und Herausforderungen der Selbständigkeit ausgetauscht. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland. Das hätten wir als Präsenzveranstaltung logistisch nur schwer realisieren können.

Und ein weiteres Beispiel, warum mich Onlineseminare auch didaktisch so begeistern (und dann hör ich auch auf J): Wenn ich mir vorstelle, wie viele Schulungen von externen Trainern in Unternehmen im Jahr durchgeführt werden, und wie viel davon letztlich dann doch nicht umgesetzt wird, weil das Wissen im Alltag wieder versackt… Hier könnten Trainer ihre Präsenzveranstaltungen mit Online-Angeboten so sinnvoll ergänzen, dass sie den Transfer langfristig begleiten – zum Beispiel mit kurzen Auffrischungs-Webinaren. Ein absolutes Win-Win für Trainer und Auftraggeber, das im Alltag auch zeitlich für beide gut umsetzbar ist.

Deine Seminare online anbieten – was lässt dich zögern?

Immer mehr Trainer-Kollegen stehen vor der Herausforderung. Sie wollen oder müssen sich persönlich zu dem Thema Onlinelernen positionieren: Ist das für mich relevant? Was gibt es dazu auf dem Markt? Wie funktioniert das Ganze eigentlich technisch? Wie steige ich da am besten ein? Wie könnte mein Angebot online aussehen? usw.

Mittlerweile habe ich deshalb aus den verschiedenen Erfahrungen mit eigenen Online-Seminaren ein eigenes Weiterbildungsangebot für Kollegen entwickelt – sozusagen als Train-the-Trainer – nur online.

Online Trainer Ausbildung Einblick 2Dabei geht es mir u.a. auch darum, mit folgenden fünf Vorurteilen, den Web-Seminaren gegenüber, aufzuräumen – vielleicht kommt dir die eine oder andere Aussage bekannt vor und lässt auch dich zögern?

  1. „Geht es nicht letztlich nur darum, dass Unternehmen Kosten sparen und mein Honorar gesenkt werden soll?!“
  2. „Webinare sind für mich eher Frontal-Beschallung mit PowerPoint – das passt einfach nicht zu meinem Trainingsstil. Ich kann mir online lediglich einen kurzen Vortrag oder eine Einzelarbeit vorstellen, aber eine gelungene Gruppendynamik?? Kann ich mir nicht vorstellen, wie das ‚vor der Kiste‘ gehen soll.“
  3. „Manche Themen gehen einfach nicht online – vor allem die soften Themen kann ich mir als Onlineschulung nicht vorstellen. Harte Themen dagegen schon.“
  4. „Ehrlich gesagt habe ich schon Angst vor der Technik. Ich bin kein Technik-Freak und habe Angst, dass mir das meine Professionalität und meine Beziehung zu den Teilnehmern kaputt macht. Finde ich mich da zurecht? Was ist, wenn etwas nicht richtig funktioniert? Ich mag es doch lieber persönlich. Ich muss die Menschen sehen.“
  5. „Gut vorstellen kann ich mir eine Kombination, also dass ich mein Präsenztraining mit Onlineeinheiten bereichere. Und was mir auch sinnvoll erscheint: Online nutzen, um potenzielle Teilnehmer oder Auftraggeber für mein Thema zu öffnen. Richtig vorstellen kann ich mir das bei meinem Angebot jedoch nicht, wie das aussehen könnte.“

Deine Brücke zum Online-Training…

Vielleicht hält dich auch eine dieser Aussagen zurück, den Schritt in die Onlinewelt zu wagen?

Dann lade ich dich herzlich ein, die Brücke zu schlagen zwischen deinem Präsenzangebot und einem möglichen Online-Weiterbildungsangebot und es einfach auszuprobieren – in einer kleinen Gruppe mit anderen Kollegen. Bei der abb habe ich letztes Jahr im November das erste Mal eine 4-tägige Schulung für Trainer mit dem Titel
„Online Trainieren – Die Brücke zum Online-Training“ angeboten.

Das Konzept hat sich bewährt und wurde von mir technisch und inhaltlich noch etwas verfeinert: Gemeinsam starten wir mit einem Präsenztag in der abb-Villa in Thüringen, um in das Thema einzusteigen. Danach treffen wir uns 3 mal 1 Tag online im virtuellen Schulungsraum als Gruppe.

Danach wirst du aus Teilnehmer- und Trainersicht methodisch ein breites Spektrum an Möglichkeiten kennen gelernt haben, weißt, was du an Technik brauchst, hast dich darin im geschützten Rahmen bereits erprobt und hast selbst ein erstes kurzes Webinar mit uns in der Gruppe durchgeführt.

Der nächste Durchgang startet in Kürze – hier findest du alle Infos:
www.abb-seminare.de/onlinerainieren.html

Ich freu mich auf dich!

PS: Wenn du Fragen zum Thema oder zum Weiterbildungsmodul hast – dann schreibe mir unter
penselin@abb-seminare.de.


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