Was ist systemisches Coaching?

Was ist systemisches Coachingvon Peggy Kammer und Rainer Molzahn

Immer wieder werden wir gefragt, wenn es um die Ausrichtung unserer – ja sehr ‚generisch‘ benannten – Coaching-Ausbildung geht: „Aber ist sie auch systemisch?“
Unsere Antwort ist dann meistens, mit subtil amüsiertem Unterton: „Aber hallo!“

 

 

Da das eine zwar systemisch gut begründete, aber doch eher ungenaue Antwort ist, dachten wir uns, es ist mal Zeit, die Frage etwas spezifischer zu erläutern. Und das tun wir jetzt.

Vorweg: unter ‚systemisch‘ verstehen wir vorrangig die Beziehungsebene mit anderen.

Vor kurzem kam die Verfilmung von „Alice im Wunderland“ mal wieder im Fernsehen. Da bereiteten wir gerade unseren Workshop für die abb-Impuls-Tage (https://www.abb-seminare.de/blog/unsere-abb-impuls-tage-2017/) vor.

Folge dem weißen Kaninchen …

1Der Film (von 2010) startet mit einer Gartenparty, die sich für die 20-jährige Alice als Verlobungsfeier entpuppt.

 

Während ein junger Mann um ihre Hand anhält, sieht sie das weiße Kaninchen, das sie aus ihren Träumen kennt.

 

 

Und sie folgt ihm ins Wunderland.

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Dort begegnet Alice dem verrückten Hutmacher, der Raupe Absolem, der Grinsekatze, Diedeldum und Diedeldei und anderen Helfern und Wegbegleitern.

 

 

Sie trifft auf die rote Königin und deren Krieger und wird darauf vorbereitet, am Blumentag den Jabberwocky zu besiegen, damit die weiße Königin wieder das Land regieren kann.

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Nachdem sie den Drachen besiegt und die weiße Königin die Krone wieder hat, kehrt Alice zur Party zurück.

 

 

Dort lehnt sie den Heiratsantrag ab und verkündet, dass sie in Zukunft selbstbestimmt leben will. Dafür klärt sie ihre persönlichen und geschäftlichen

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Beziehungen und steigt als baldige Geschäftspartnerin in das Handelsimperium ihres verstorbenen Vaters ein.

Das ist die Geschichte von Veränderung.

Sie beginnt im Außen, wo wir in unterschiedlichen Beziehungen mit anderen sind, geht ins Traumland, in unsere inner

en Welten – da, wo wir uns verändern – und endet wieder im Außen, wo wir dann unsere Beziehungen neu definieren und gestalten.

 

Systemisch = Beziehungen

 

Zitat Anatoli Lipkovitz

 

Eigentlich sagt das obige Zitat unseres Lehrers A. Lipkovitz schon alles: Meistens geht es damit los, dass uns in unseren Beziehungen mit anderen Menschen Dinge passieren, die uns verunsichern oder wehtun oder mit unserer Wirkung auf andere konfrontieren, von der wir nichts wussten, oder wir leiden sonst wie in oder an unseren Beziehungen.

Dann sind wir aufgerufen, auf eine Weise zu antworten, die uns befreit zu neuem Handeln, mit weniger verunglückten Auswirkungen auf andere und natürlich uns selbst. Den Weg dahin können wir in der Regel nicht im ‚Tagesgeschäft‘ gehen, sondern wir müssen uns äußere und innere Räume schaffen, die uns erlauben, in Ruhe über uns nachzudenken und mit uns zu arbeiten, ohne ständig in Beziehung zu anderen sein zu müssen.

Solche Räume schaffen wir in Coachings.

Dafür braucht es natürlich auch wieder eine Beziehung, nämlich die zwischen Coach und Coachee, aber die ist sehr genau definiert, vorübergehend und von ganz anderer Art als alle anderen Beziehungen, die die Klientin oder der Klient sonst in ihrem Leben hat.

Sie steht ganz im Dienste davon, den Veränderungsprozess vom Abtauchen in die inneren Räume bis zum Wieder-Auftauchen in die Oberflächenwelt der persönlichen und der Rollenbeziehungen zu begleiten.

Denn: Wenn auch jeder von uns diesen Weg selbst gehen muss, so ist es doch gut, jemand an seiner Seite zu haben, der das Terrain kennt, durch das er führt, und der ihn auf seine Weise schon gegangen ist.

Aus der Sicht von uns als Wanderer heißt das: Es tut gut, einen kundigen Führer durch unsere inneren Räume zu haben, und die Welten, die sich in ihnen öffnen. Mit ein bisschen Glück spart das sogar eine Menge Zeit.

Die eigene Verantwortung

Ganz am Anfang unserer Reise aber – dann, wenn sich entscheidet, ob wir wie Alice dem Kaninchen ins innere Wunderland überhaupt folgen oder nicht – , und ganz am Ende – wenn wir als Gewachsene und Gestärkte in unsere äußeren Beziehungsräume zurückkehren, um dort auf neue Weise unseren Mann/unsere Frau zu stehen – , sind wir auf uns selbst angewiesen. Es sei denn, wir sind reich genug, unseren Coach an unserer Seite 24/7 zu bezahlen.

Nein im Ernst: Es ist natürlich gut so, dass wir, wenn es wirklich im engsten Sinne systemisch wird, live, in Farbe und 3D und in Echtzeit, auf uns selbst angewiesen sind.

Darin ist unsere Verantwortung gefragt, und die ist unteilbar.

PS: Das ist das eigentliche Ziel von Veränderung: Verantwortung für sich und das eigene Wirken übernehmen.

 

Artikel zum Weiterlesen und Weiterentdecken des Systemischen in unserer Coaching-Ausbildung:

Ich und meine Rolle – ein Spannungsfeld https://www.abb-seminare.de/blog/ich-und-meine-rolle/

Rolle und Person in der Ausbildung zum Coach https://www.abb-seminare.de/blog/ausbildung-coach-zu-rolle-und-person/

Workshop Coaching Clinic https://www.abb-seminare.de/blog/workshop_coaching-clinic/

Aus dem Drama-Dreieck aussteigen https://www.abb-seminare.de/blog/aus-dem-dramadreieck-aussteigen/

 

Unsere nächste Coaching-Ausbildung startet im Januar 2018. Wir freuen uns, Sie auf Ihrer Reise auf der Suche nach dem weißen Kaninchen begleiten dürfen! Unter folgendem Link erfahren Sie noch weitere Informationen und können sich Ihren Frühbucherrabatt bis zum 31.10.2017 sichern!

https://www.abb-seminare.de/coachingausbildung.html


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