Transformatives Coaching

Transformatives Coaching

Joujou / pixelio.de

von Peggy Kammer

Was ist der Unterschied zwischen einer Veränderung, die wir als Coach ja immer begleiten, und einer Transformation? Was sind die spezifischen Herausforderungen für den Coachee und den Coach? Und welche Verheißung liegt darin?

Transformatives Coaching – ein Weg zu Kreativität und Freiheit, Verantwortung und Wirksamkeit.

 

Wenn wir alle Annahmen, Motivationen und Ziele im Coaching eindampfen, bleibt im Kern eigentlich nur ein tiefer Traum: Unser Coachee soll genau seinen individuellen Weg in der Welt finden. Den Weg, mit dem er einen – seinen – Unterschied machen kann.

Aufbaumodul „Transformatives Coaching“

Für alle bereits zertifizierten Absolventen unserer Coachingausbildung bieten wir regelmäßig Aufbaumodule an, die der Weiterentwicklung der Kompetenzen als Coach, der persönlichen Entwicklung und der Reflexion im Spannungsfeld von Person und Rolle dienen.

In diesem Jahr starten wir erstmals mit dem Aufbau-Modul „Transformatives Coaching“.
Termin: 07.-11. November 2016.

Veränderung oder Transformation?

Im Grunde verbringen wir alle die Hälfte unseres Lebens damit, Regeln, Normen, Annahmen, Glaubenssätze usw. in uns aufzunehmen, um einen Platz in der Gemeinschaft einzunehmen, von der wir ein Teil sind, und durchzukommen.

Und in der anderen Hälfte haben wir zu tun, dies alles erst einmal zu durchschauen und wieder von uns zu lösen – um frei zu werden und eine bewusste Entscheidung zu treffen, wer wir sind, was uns von Herzen wichtig ist und wie unser individueller und unverwechselbarer Beitrag zur Welt aussieht.

Und genau in diesem Spannungsfeld werden wir als Coaches gebraucht – damit wir einen Menschen durch diese Strudel professionell, mit Liebe und Achtsamkeit begleiten können.

Meine persönliche Sicht der Dinge ist folgende: Eigentlich ist jedes Arbeiten mit und an sich selbst – allein oder mit der Unterstützung eines Coaches – ein Schritt auf dem Weg transformativen Lernens.

Der Unterschied zwischen Veränderung und Transformation ist die Perspektive des In-Frage-Stellens:

  • Lote ich die Handlungsspielräume innerhalb eines gesetzten Rahmens aus, z.B. in meinen Rollen oder in meinen diversen Lebensbereichen, und erweitere ich meine Optionen darin?
  • Oder: Stelle ich den Rahmen in Frage – und die damit zusammenhängenden Annahmen, Gebote und scheinbaren Wahrheiten?

Es geht also um den Unterschied zwischen dem Lernen erster und dem Lernen zweiter Ordnung – mehr dazu im Blog des Wandelforums

Herausforderungen auf der Identitäts-Ebene

Transformatives Coaching

 

 

Im Prozessmodell, das als Template allen Aktivitäten und Interventionen in unserer Coachingausbildung zu Grunde liegt, geht es an Grenze 4 um die Veränderung des Selbstkonzepts, also um die Frage: Wer bin ich (dann)?

Identität bildet und entwickelt sich im Wechselspiel von Vertrautem und Fremdem.

 

 

„Identität umfasst alles, womit sich eine Person (oder ein System) identifiziert, im Gegensatz zu dem, was sie abspaltet – als nicht zugehörig empfindet.“ (aus: „Die heiligen Kühe und die Wölfe des Wandels“). Identität setzt also einen mehr oder weniger bewussten Auseinandersetzungsprozess in unserem Inneren voraus, was wir als ‚zu uns gehörend‘ bewerten und was als ‚fremd‘.

Mit einer Veränderung des Selbstkonzepts steht unmittelbar und knallhart die Zugehörigkeit in Frage. In transformativen Veränderungsprozessen ist genau dies die größte Herausforderung: Wir sind allein, weil wir uns – zunächst – von allen und allem lösen und verabschieden müssen. Denn erst aus der Quelle des Nichts kann sich alles neu formieren.

Friedrich Nietzsche formulierte das in seinem Zarathustra so: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“

Der Prozess der Transformation geht einher mit

  • der Bewusstwerdung unserer individuellen Anlagen und deren Verwendung,
  • der Erkenntnis, wie Schicksal und Freiheit miteinander verwoben sind und uns erst lebendig und einzigartig machen,
  • einer Neubewertung unseres bisherigen Lebensweges,
  • der Auseinandersetzung mit unserem Kritiker und dessen Transformation, indem wir ihn in den Dienst unserer Sache stellen – und schließlich
  • der Verantwortung für uns und unseren Weg.

Die Rolle des Coaches in Transformationsprozessen

Die wichtigste Kompetenz, die wir als Coaches in der Begleitung transformatorischer Krisen brauchen, ist: Es halten können.

Es – das ist: die Unsicherheit, die Leere, die Traurigkeit, die Verzagtheit, die Verzweiflung, die Einsamkeit, die existenzielle Krise.

Transformatives Coaching

aus dem Film: Nachtmeerfahrten

Daraus können wir unseren Coachee nicht retten. Das gehört dazu.

Aber: Es braucht wenigstens einen Menschen, der versteht und da ist und der sagt: „Ich weiß, wie es dir geht, das ist wichtig und notwendig. Und: Du wirst da durchkommen.“

Das klingt vielleicht erstmal banal und einfach. Aber die Grenze dagegen ist enorm groß. Es fällt uns nicht leicht, „die dunkle Nacht der Seele“, wie Johannes vom Kreuz den Transformationsprozess bezeichnete, auszuhalten.

Deshalb brauchen wir als Coaches genau diese persönliche Erfahrung.
Ich kann andere nur dort begleiten, wo ich selbst schon war.

Auf der Erkundungsreise der eigenen Geschichte und unserer – alten und neuen – Identität tauchen wir ins Traumland ab, jenseits von Alltag, gesetzten Rollen, Annahmen und To-Do-Listen.

Unterstützen können wir als Coaches diese Reise dadurch, dass wir das analoge Denken unseres Coachees befördern – also alles nutzen, was mit Kreativität und Kunst zu tun hat. Die neue Identität ist noch sehr zart und kann noch gar nicht in Nullen und Einsen, digital, in Worten, geäußert werden.

Und – last not least – wir spitzen die Auseinandersetzung auf der inneren Bühne zu:

der Veränderungswillige gegen den Status-Quo-Halter, Held gegen Drache, das neue Ich gegen den Kritiker. Dabei begleiten wir den Relaunch der Time-Line, die dann einen neuen Grund hat.

Und wir helfen dabei, den Schatz der individuellen Transformation zu bergen – das Elixier, das unser Coachee dann verantwortungsbewusst in die Welt bringt.

Ihre Begleiterin

Transformatives Coaching

 

 

Peggy Kammer ist kundige und wache Begleiterin in individuellen Transformationsprozessen und weiß, welche Hürden und Herausforderungen es als Coach gibt – und wie man sie meistert.
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