Trainerleitfaden als Seminarplan – mit Download der Vorlage

Seminarplanvon Albert Glossner

Seit 2013 steht die Vorlage unseres Trainerleitfadens im Blog der abb-seminare zum Download bereit. Sie wurde bereits mehrere hundertmal heruntergeladen. Jetzt stellen wir die aktualisierte Version des Trainerleitfadens zur Verfügung – als Grundlage für Ihren Seminarplan. Zusätzlich finden Sie in diesem Beitrag Informationen, wie diese Vorlage am besten zu nutzen ist.

 

Wozu einen Seminarplan mit Trainerleitfaden?

Zugegeben: Die Erstellung eines Trainerleitfadens ist eine aufwändige Arbeit. Viele Trainer erstellen einen Seminarplan auch ohne dieses Arbeitsmittel. Es gibt aber einige Argumente, die für den Einsatz eines Trainerleitfadens im Rahmen einer Seminarplanung sprechen:

  • Qualität der Vorbereitung: Die Arbeit mit einem Trainerleitfaden führt dazu, das eigene Training im Detail zu durchdenken. Dies bedeutet, sich im Vorfeld klar zu machen: Was sind genau meine Ziele? Welche Methoden setze ich wann ein? Welche Zeit ist nötig? Wie komme ich mit der gegebenen Zeit aus? Wie setze ich meine Prioritäten?
  • Orientierung in der Durchführung: In der Trainingsdurchführung gibt mir der Blick auf den Trainerleitfaden Orientierung: Was sind die nächsten Schritte? Ist die Gruppe zu schnell oder zu langsam? Hier arbeite ich auch stets mit Optionen: Ich überlege im Vorfeld, welche Inhalte ich kürzen oder erweitern kann und setze gegebenenfalls auch methodische Alternativen ein, die mehr oder weniger Zeit benötigen.
  • Nachbereitung: In jedem Training entwickeln sich neue Ideen. Dies können sowohl inhaltliche Anregungen als auch methodische Varianten sein, die sich aus der Arbeit ergeben haben. Wenn ich diese unmittelbar nach der Durchführung des Trainings in den Trainerleitfaden übernehme, stelle ich sicher, dass sie mir auch bei der Vorbereitung des nächsten Trainings zur Verfügung stehen.
  • Teamteaching: Ein Trainerleitfaden ist eine gute Grundlage, um die gemeinsame Durchführung eines Trainings vorzubereiten und abzusprechen. Es gibt ja die unterschiedlichsten Modelle der Zusammenarbeit von zwei Trainern. Sinnvoll ist in jedem Fall, vorab die Frage zu klären: Wer macht was?
  • Einheitlichkeit in der Durchführung: Sobald mehrere Trainer das gleiche Training geben, stellt sich die Frage, inwieweit verschiedene Trainer im gleichen Training auch das Gleiche vermitteln. Hier stellt ein Trainerleitfaden zumindest ein Mindestmaß der Einheitlichkeit sicher. Deswegen ist die Arbeit mit Trainerleitfaden auch Standard in vielen unternehmensinternen Trainings und Trainingsabteilungen.
  • Vertretung und Einarbeitung: Sowohl in der Situation, dass ein anderer Trainer mein Training in Vertretung übernimmt, als auch wenn es darum geht, einen Trainer in ein neues Training einzuarbeiten, ist ein Trainerleitfaden eine hilfreiche Grundlage.

Meine generelle Empfehlung ist: Wenn klar ist, dass das gleiche Training mehrfach durchgeführt wird, lohnt sich die Arbeit, einen Leitfaden zu erstellen. Wenn mehrere Trainer zusammenarbeiten und/oder sich vertreten sollen, ist ein Trainerleitfaden ein Muss.

Wie Sie die Vorlage zum Trainerleitfaden nutzen können

In der Vorlage, die weiter unten zum Download bereitsteht, spiegeln sich die drei Schritte wider, die wir zur Trainingsplanung empfehlen. Diese Schritte sind beschrieben im Blogbeitrag „Wie plane ich ein Seminar – mit ZIM“
https://www.abb-seminare.de/blog/wie-plane-ich-ein-seminar/

Der erste Schritt ist, die wesentlichen Lernziele des Trainings zu erarbeiten. Hier empfehlen wir, mit etwa 4 – 6 Zielen zu arbeiten. Die Lernziele können in das erste Tabellenblatt „Seminarkonzept“ übernommen werden.

Der zweite Schritt ist, ausgehend von der Zielsetzung und dem zeitlichen Format, eine Grobplanung mit mehreren Seminareinheiten (Modulen) zu entwickeln. Jedes Modul umfasst eine Einheit von 30 Minuten bis 3 Stunden, meist 1-1,5 Stunden. Ein Training kann, je nach Dauer, 3, 4, 5, 6, 7 oder mehr Module enthalten. Für die Erarbeitung dieser Grobplanung ist für viele Trainer Mindmapping als Arbeitsweise sehr hilfreich.

Auch dieses Arbeitsergebnis können Sie in das Tabellenblatt „Seminarkonzept“ übernehmen. An dieser Stelle empfehle ich, für jede Seminareinheit (Modul) ein Lernziel oder mehrere Lernziele zu formulieren.

Die Module und Lernziele werden automatisch auf die folgenden Tabellenblätter übertragen und jedes weitere Tabellenblatt steht für eine eigene Seminareinheit. In dem dritten Schritt geht es darum, die Feinplanung für jede/s Seminareinheit / Modul zu erarbeiten.

Der eigentliche Seminarplan: Die methodische Feinplanung

Für die Erarbeitung der methodischen Feinplanung können Sie nun die folgenden Tabellenblätter nutzen. Dabei steht jeweils eine Zeile für eine Lernaktivität (z.B. Präsentation, Gruppenarbeit, Übung, etc.). Sobald die Arbeitsform wechselt, gibt es eine neue Zeile. Die Spalten haben folgende Bedeutung:

Zeit steht für die absolute Zeit und zeigt auf einen Blick, wie Sie mit Ihrer Durchführung des Trainings zeitlich liegen.

Dauer bezeichnet die Länge der jeweiligen Arbeitsphase. Hier empfehlen wir, im normalen Präsenztraining, nicht mit kleineren als 5-Minuten-Schritten zu arbeiten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Bei der Planung eines Webinars kann es sinnvoll sein, noch feingliedriger zu planen. In der Regel haben diese Arbeitsschritte eine Dauer von 10 bis 60 Minuten. Die Vorlage enthält eine Formel, die nach Eintrag der Dauer automatisch die Zeiten aller folgenden Zeilen verändert.

Thema steht für ein kurzes Stichwort. So kann ich mit einem Blick auf den Trainerleitfaden erkennen, worum es in dieser Arbeitsphase inhaltlich geht.

Wer macht was: Hier ist die jeweilige Lernaktivität beschrieben, zum Beispiel: Trainer erläutert die 5 Komponenten des Modells XY. Ich empfehle an dieser Stelle, konkrete Arbeitsaufträge in wörtlicher Rede aufzuschreiben – beispielsweise: Arbeitsauftrag für zufällig gebildete Gruppen á 3 Personen: „Was ist der jeweilige Nutzen der Komponenten? Notiert jeweils eine Idee auf ein A4-Blatt mit einem Marker.“

Methode / Sozialform: Hier wird Methode und Sozialform kurz benannt, also beispielsweise „Trainerpräsentation im Plenum“ oder „Rollenspiele in Kleingruppen“ oder „arbeitsteilige Gruppenarbeit“.

Anmerkung: Diese Spalte steht für die eingesetzten Medien, kann aber auch für weitere Hinweise genutzt werden.

Wie detailliert sollte ein Trainerleitfaden sein?

Mein Kriterium dafür ist: Ein Trainerleitfaden sollte so konkret sein, dass ein Trainer, der das gleiche Fachwissen hat, anhand des Trainerleitfadens in der Lage ist, das Training in etwa der gleichen Form durchzuführen. Dies bedeutet, es ist ausreichend, die Inhalte und Themen in einem Trainerleitfaden zu benennen (nicht zu erläutern). Das methodische Vorgehen muss verständlich und nachvollziehbar beschrieben sein.

Veränderung der Vorlage

Natürlich können Sie diese Vorlage auch auf Ihre eigene Situation anpassen. Andere Leitfäden arbeiten teilweise mit anderen Spaltenbezeichnungen. Wie auch immer ein Trainerleitfaden genau aufgebaut ist – wesentliches Prinzip sollte sein, Zeit, Inhalte, Methoden und Materialien in Form einer Tabelle zu dokumentieren und dadurch das eigene Training konsequent zu überdenken.

Viele Trainer und Unternehmen arbeiten mit Word-Vorlagen. Der Vorteil einer Excel-Mappe ist, dass sich die Veränderung der Dauer einer einzelnen Trainingssequenz über die eingesetzte Formel gleich auf alle folgenden Uhrzeiten auswirkt.

 

TrainerleitfadenHier können Sie sich direkt den Trainerleitfaden
als Excel-Tabellenvorlage kostenfrei herunterladen:

Trainerleitfaden-Vorlage

Viel Erfolg beim Ausprobieren! Wir freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte…


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Weitere Modelle und Tipps zum Seminare planen und strukturieren
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  2. Sie lernen, wie Sie die Zielsetzung Ihres Trainings präzise formulieren, eine inhaltliche Grobstruktur erarbeiten und auf dieser Grundlage einen detaillierten Trainerleitfaden entwickeln.
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