Erste Ausbildung Positive Psychologie beendet – ein Fazit

Erste Ausbildung Positive Psychologievon Albert Glossner

Am 15. Juni war es soweit: Ich habe die ersten drei der sechs Zertifikate „Zertifizierter Anwender Positive Psychologie (Dach-PP)“ überreicht. Am Tag zuvor hatten 5 Teilnehmer ihr praktisches Projekt vorgestellt, aber erst drei haben eine schriftliche Arbeit abgegeben, die anderen werden diese noch nachreichen. Eine gute Gelegenheit, ein erstes Fazit der neuen Ausbildung bei abb-seminare zu ziehen.

 

Meine Zielsetzung

Vor dem Start der Ausbildung hatte ich meine Zielsetzung dieser Ausbildung wie folgt definiert:

Das Lernen erfolgt auf drei Ebenen:

  1. Die theoretische Ebene: In der Positiven Psychologie gibt es viele bedeutsame Konzepte  zu lernen. Diese zu kennen ist eine notwendige Grundlage für all die, die Positive Psychologie in ihrer beruflichen Rolle einsetzen wollen.
  2. Die praktische Ebene der Übungen / Interventionen: Um selber als Anwender Interventionen der Positiven Psychologie einsetzen zu können, ist es hilfreich, etliche davon selbst und am eigenen Leib erfahren zu haben.
  3. Die Ebene des individuellen Wachstums: Die Teilnahme an der Ausbildung Positive Psychologie ist eine wunderbare Chance, selbst etwas für sich und das eigene Aufblühen zu tun.

Mein Anspruch war nun, diese drei Ebenen auf passende Weise miteinander zu verbinden und eine wirklich gut rhythmisierte, abwechslungs- und erlebnisreiche Weiterbildung anzubieten und durchzuführen. Und all das dabei zu nutzen, was ich über viele Jahre erlernt, erfahren und ausprobiert habe.

Für mich war ein Geschenk in dieser Ausbildung, dass sowohl eine Psychologin teilnahm, die sich in ihrem Studium bereits mit Positiver Psychologie auseinander gesetzte hatte, als auch Teilnehmer, die über fast keine Vorkenntnisse in diesem Bereich verfügten. Die Rückmeldung, dass beide inhaltlich profitieren konnten, zeigt mir, dass ein guter Mix an fachlicher Tiefe und Verständlichkeit gelungen ist.

Was die Ebene der Übungen / Interventionen anbelangt, so zeigten alle Teilnehmer, die ein praktisches Projekt durchgeführt haben, dass sie in der Lage sind, in  ihrem jeweiligen Arbeitsfeld passende Übungen oder Interventionen der Positiven Psychologie auszuwählen und umzusetzen. Selbst habe ich mir vorgenommen, eine Übersicht über die „klassischen Interventionen“ der Positiven Psychologie zu erarbeiten, um hier einen strukturierten Überblick geben zu können.

Was die Ebene der persönlichen Entwicklung anbelangt, so spiegeln die Entwicklungen, die ich bei den Teilnehmern beobachten konnte, natürlich auch meine persönliche inhaltliche Schwerpunktsetzung in der Ausbildung wider: Aus meiner Sicht zentrale Themen, die wertvolle Impulse zur persönlichen Entwicklung beinhalten, sind die Bereiche Achtsamkeit, Steigerung des Wohlbefindens, Lebenssinn, Bewegung, Natur, Selbstmitgefühl und Umgang mit sich selbst.

Erste Ausbildung Positive PsychologieDer Verlauf

In der Konzeption der Ausbildung war mir wichtig, ein eigenes, für mich stimmiges Konzept, einen eigenen roten Faden für die Ausbildung zu entwickeln. Dieser rote Faden hat sich an einigen Stellen im Tun leicht verändert, einige Themen sind von der einen in die andere Woche gerutscht. Was sich bewährt hat, dass jede Woche zwei Schwerpunktthemen hat. Diese sind:

  • Einführung: Überblick und Flourishing
  • Woche 1: Einstellung/Motivation und der Einsatz von Stärken
  • Woche 2: Achtsamkeit/Meditation und Selbstmitgefühl
  • Woche 3: Lebenssinn und Natur

Um diese Schwerpunktthemen herum sind noch etliche weitere Themen angesiedelt. 

Die TOP 10 Themen

Besonders neugierig war ich darauf, welche Themen bei den Teilnehmern denn auf welche Resonanz stoßen. Ich habe zwar nicht explizit danach gefragt, aber rückblickend habe ich folgende Liste der 10 wichtigsten Themen erstellt. Diese Themen haben in persönlicher, als auch beruflicher Hinsicht die größte Wirkung und Bedeutsamkeit erzielt:

  • Meditation und Achtsamkeit: Neben einem klaren Verständnis dieser Begriffe haben einige Teilnehmer diese erfolgreich in ihr Leben integriert.
  • Selbstmitgefühl und Umgang mit sich selbst – die Auseinandersetzung damit hat bei vielen zu einem versöhnlicheren Umgang mit sich geführt.
  • Charakterstärken: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Signaturstärken hat eine höhere Bewusstheit für individuelle Stärken gebracht – und Ideen, diese neu zu nutzen.
  • Motivationskontinuum und Grundbedürfnisse hat eine neue, differenzierte Sicht auf das Thema Motivation ermöglicht und damit ein tieferes Verständnis für sich selbst und andere, was Motivation anbelangt.
  • Mindset: Eigentlich ein kleines Thema, aber für alle, die in den Bereichen Training / Erziehung / Führung tätig sind, eine wertvolle Hilfestellung zum Umgang mit Fehlern und zum Formulieren von Zielen.
  • Bewegung: Die Erkenntnis, welche große Bedeutung Bewegung für Psyche und Wohlbefinden hat, hat bei einigen zu einem veränderten Bewegungsverhalten geführt.
  • Flow: Eigentlich kein Lieblingsthema von mir – ich war überrascht, dass sich einige vertieft damit auseinander gesetzt haben und das Modell nutzen, um ihr eigenes Arbeitsverhalten zu reflektieren.
  • Vielfältige Interventionen zur Steigerung des Wohlbefindens (Positives Tagebuch, Dankbarkeit, Mini-Urlaub etc.) – hier hat jeder irgendetwas ausprobiert und teilweise schon in die eigene Arbeit mit anderen Menschen integriert.
  • Lebenssinn: Die Auseinandersetzung mit dem gelingenden Leben und Sinn im eigenen Leben war für einige Teilnehmer sehr wertvoll.
  • Natur und Psyche: Dieses Schwerpunktthema eines ganzen Tages in der 3. Woche war sehr eindrücklich für viele –welche langfristige Bedeutung es haben wird, kann ich noch nicht abschätzen.

Die Projektarbeiten

Für die Erteilung des Zertifikats ist nach den Ausbildungsrichtlinien die Erstellung einer Projektarbeit Voraussetzung. Dabei haben Teilnehmende die Wahl, ob sie im Rahmen eines „Persönlichen Portfolios“ mit Ansätzen der Positiven Psychologie mit sich selbst arbeiten wollen, ob sie im Rahmen eines Praxisprojekts Ansätze der Positiven Psychologie in ihrem Arbeitsfeld anwenden wollen oder in einer Falldokumentation im Kontext von Coaching/Beratung arbeiten wollen.

In der ersten Ausbildungsgruppe haben sich 3 Teilnehmer für ein Portfolio entschieden und 3 für ein Praxisprojekt. Folgende Themen – die auch die Vielfalt der Positiven Psychologie repräsentieren – wurden umgesetzt:

  • Achtsamkeit: Hier hat eine Teilnehmerin dokumentiert, welche Wirkung die konsequente Durchführung von täglichen, kurzen Achtsamkeitsmeditationen auf sie selbst hat. Und dabei hat sie ihren Blutdruck und ihr Wohlbefinden als Messkriterien genutzt.
  • Stress-Fasten: In einem beeindruckenden Projekt hat eine Teilnehmerin während der Fastenzeit mehr als 50 Teilnehmer für ihr Projekt gewonnen. In dieser Zeit hat sie täglich über WhatsApp eine kurze Audio-Nachricht versendet mit kleinen Anregungen und Tipps, Stress zu reduzieren und Wohlbefinden zu erhöhen.
  • Positive Psychologie und Charakterstärken: In einem Trainingsprojekt für Fahrlehrer hat ein Teilnehmer ein Training konzipiert, das Fahrlehrer für das Thema „Aufblühen“ sensibilisiert und sie dazu anregt, sich mit persönlichen Stärken auseinanderzusetzen, die als Fahrlehrer in ihrer Arbeit mit jungen Menschen – und damit in einer Vorbildfunktion – von Bedeutung sind.
  • Flow: Eine Teilnehmerin hat sich mit ihrem Flow-Erleben auseinandergesetzt und dies mit der Entscheidung verbunden, Yoga zu lernen. Die intensive Auseinandersetzung von Anforderung und eigenen Fähigkeiten (als Voraussetzung für Flowerleben) hatte letztlich zum Ergebnis, dass sie jetzt Yoga nicht mehr aus ihrem Leben wegdenken kann.
  • Selbstmitgefühl: Ein Teilnehmer hat das Thema Selbstmitgefühl in seine praktische Arbeit mit Paaren integriert. Er hat einen Tag in einem Paarseminar mit Übungen aus dem Selbstmitgefühl angereichert und sich mit der Bedeutung von Selbstmitgefühl und Mitgefühl in Paarbeziehungen auseinandergesetzt.
  • Positive Leadership: Eine Teilnehmerin ist dabei, ein Teamtraining mit Konzepten der Positive Leadership anzureichern und dessen Auswirkung zu beschreiben.

Die ersten Feedbacks

Auf die Frage nach dem Gewinn des Seminares schrieben die Teilnehmer: „… es war eine voll und ganz gelungene Seminar-Zeit…“, „…enorm bereichernd, ermöglicht für mich und andere Wachstum, Entwicklung und Erblühen…“, „… Entwicklung eigener Stärken …“, „…neue Energie…“, „… viele positiv psychologische Interventionen mit gutem Hintergrundwissen…“,“… positive Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und damit auch Bereicherung im beruflichen Umfeld…“

Wie geht es weiter?

Die nächste Ausbildung in 3 mal 5 Tagen wird im November 2018 starten. Aufgrund der Anmeldungen, die bereits vorliegen, ist klar, dass auch dieser Durchgang starten wird. Da ich von einigen Interessierten die Rückmeldung erhalten habe, dass das Format von Montag bis Freitag für sie nicht passend ist, bieten wir ab April 2019 eine weitere Ausbildung im Format 5 mal 3 Tage (jeweils Do-Sa) an. Hier bin ich gespannt auf die Resonanz.

Nachdem fast alle Teilnehmer der ersten Ausbildungsrunde weiter machen wollen, werde ich ab Mitte 2019 zwei viertägige Module der Positiven Psychologie Level 2 anbieten: die Themen „Natur und Achtsamkeit“ im Anwendungsfeld Gesundheit und „Positive Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung“ im Anwendungsfeld Training sind in Vorbereitung. Voraussetzung hierfür ist die Teilnahme an Level 1.

Wer die Positive Psychologie kennenlernen möchte, für den bieten sich folgende Termine an:

Alle aktuellen Termine sind hier!


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