Das suggestopädische Manifest

Blog Sug Manifestvon Marion Kellner-Lewandowsky

Die Suggestopädie ist unser Arbeitskonzept der Trainer und Trainerinnen bei abb-seminare. All unsere Trainings basieren auf dem Handwerk und dem suggestopädischen Anspruch, den wir an unsere Trainings stellen. Damit wir mit unserer Begeisterung für die Suggestopädie aber nicht in den alten Konzepten steckenbleiben, haben wir die Suggestopädie-Ausbildung in diesem Jahr umfassend neu überarbeitet und als Trainer-Exzellenz-Programm auf ein neues Niveau gehoben. 

 

Den Anspruch, den wir damit an unsere Ausbildung, an uns Ausbildungstrainer und an die Suggestopädie – so wie wir sie verstehen – stellen, habe ich im folgenden suggestopädischen Manifest formuliert.

Suggestopädisches Manifest

(Anspruch an die Suggestopädie 2018)

Suggestopädie ist etwas für erfahrene TrainerInnen und Pädagogen.

Suggestopädie ist eine Aufbauausbildung für erfahrene Trainerinnen und Trainer, Pädagogen, Lehrende und Lernbegleiter. Während die Trainerausbildung die Grundlagen guten Trainings vermittelt, wird in der Suggestopädieausbildung die Meisterschaft entfaltet.

Suggestopädie entwickelt sich kontinuierlich weiter.

Das ursprüngliche – noch immer sehr fundierte und funktionierende – Konzept der Suggestopädie stammt aus dem letzten Jahrhundert. Es ist unser Anspruch, es auch genau in diese Zeit zu tragen. Wir bewahren, was bewahrenswert ist und bauen darauf auf: wollen verändern, weiterentwickeln und Neues hinzufügen.

Suggestopädie gibt Antworten auf die Frage nach dem Lernen der Zukunft und wie es leicht, effektiv und nachhaltig gelingen kann.

Als Trainer bilden wir Menschen für die Zukunft aus. Schon heute haben sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen des Lernens geändert: mediale (Über-)Angebote, kurze Aufmerksamkeitsspannen, Mehrgenerationenlernen, Kompetenzlernen statt Faktenlernen, selbstorganisiertes Lernen, Verlernen und vieles mehr bestimmen die Lernwelt heute. Suggestopäden als Lernexperten setzen sich mit diesen und weiteren absehbaren Veränderungen auseinander und bieten Lösungen an, wie Lernen heute und in Zukunft leicht, effektiv und nachhaltig gelingt.

Suggestopädie richtet sich an modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Pädagogik, Didaktik, (Positiven) Psychologie und Hirnforschung aus.

Lange Zeit hat sich die Suggestopädie gefreut, wenn wissenschaftliche Forschungen die Wirkfaktoren dieses Lernkonzeptes bestätigt haben. Heute aber suchen wir in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung danach, welche weiteren Wirkfaktoren das Lernen nachweisbar fördern. Wir erarbeiten daraus praktische Lösungen für Lernprozesse, die über bisherige Lernspiele und Methoden hinausgehen.

Suggestopädie bietet nicht (nur) fertige Methoden und Konzepte, sondern vermittelt TrainerInnen Kompetenzen und Metamethoden, um eigene Methoden und dem eigenen Trainingsstil entsprechende Konzepte zu erarbeiten.

Erfahrenen Trainer/innen reicht es nicht, die Methoden von Kollegen zu übernehmen und an die eigenen Trainings anzupassen. Suggestopäden als exzellente Trainer besitzen die Kompetenz, eigene Methoden passend zu Training, Zielgruppe und Trainingsstil zu entwickeln. Die Suggestopädieausbildung vermittelt die dafür notwendigen Metakompetenzen: also Methoden der Methodenentwicklung und Innovationstechniken.

Suggestopädie heißt, die Trainerrolle im Lernprozess zu reflektieren und die Trainerpersönlichkeit hin zur Exzellenz zu entfalten.

Trainer/innen sind heute in Lernprozessen längst nicht mehr (nur) die Experten für Themen. Sie müssen Lernbegleiter, Lerncoach, Prozessentwickler, Lernweltengestalter und vieles mehr sein. Für die eigene Traineridentität ist es unverzichtbar, die eigenen Stärken und Vorlieben zu reflektieren und passende Rollenkonzepte und den passenden Trainingsstil zu erarbeiten. Nur so kann sich Trainerexzellenz wirklich entfalten.

Suggestopädie vermittelt die Fähigkeit, kontextbezogene Lernwelten und Lernprozesse zu gestalten.

Nachhaltige Lernangebote können heute keine einmaligen Trainings mehr sein. Nachhaltiges Lernen ordnet sich in ein System, in Vor- und Nachprozesse des eigentlichen Lernprozesses und in passende technische und organisatorische Umwelten ein. Suggestopäden sind in der Lage, solche Lernwelten professionell und ganzheitlich mitzugestalten.

Suggestopädie ist Trainern eine Unterstützung, im anspruchsvollen Trainerjob auf die eigenen Energiereserven zu achten.

Der Trainerjob ist anstrengend: Reisetätigkeiten, hohe Vor- und Nachbereitungszeiten (teilweise unbezahlt), der Kraftaufwand, die Energie einer ganzen Gruppe zu halten und zu steuern, stetige Präsenz und Aufmerksamkeit. Suggestopädie muss den Anspruch haben, Trainierende zu befähigen, diesen Anforderungen gerecht zu werden, gut auf die eigenen Ressourcen zu achten und Selbstfürsorge zu vermitteln. Nur so können Trainierende glaubwürdig und kraftvoll diesen anspruchsvollen und schönen Job ausüben.

Suggestopädie liefert einen Mehrwert für Lernende und ihre Umwelt.

Suggestopädische Trainings sollen sich für den Teilnehmer leicht, manchmal fast spielerisch anfühlen. Das Leichte und Spielerische ist aber nur der Weg, nicht der Sinn des Lernens. Suggestopädische Trainings müssen beweisen, dass dieser leichte Weg einen Mehrwert bietet, der sich vor allem in Lerntiefe und Nachhaltigkeit beweisen kann. Wenn Suggestopädie schafft, diesen Mehrwert sichtbar zu machen, wird der Mehraufwand suggestopädischer Trainings auch vom Markt honoriert.

Suggestopädie ist keine Ausbildung, sondern ein gemeinsamer Lern- und Entwicklungsprozess.

Suggestopädie als Exzellenz-Programm für erfahrene TrainerInnen kann kein Ausbildungsprogramm mit einseitigem Lehrer-Input sein. Suggestopädieausbildung baut auf den Erfahrungen jedes einzelnen Teilnehmenden auf und schafft durch die eigenen suggestopädischen Lernprozesse den Raum für eine gemeinsame Entwicklung der Teilnehmer des Trainer-Exzellenz-Programms. Suggestopädieausbildung = „gelebtes Voneinander und Miteinander lernen“.

Du möchtest als erfahrene/r Trainer/in an der anspruchsvollen Entwicklung partizipieren?
Woche 2 des Trainer-Exzellenz-Programms startet bereits im September 2018.

Ich freue mich auf dich!

Herzlichst

Marion


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3 Kommentare zu “Das suggestopädische Manifest”

  1. Erich Ziegler

    Hallo Marion,

    mit solch einem Manifest sehe ich fast wieder Hoffnung für die Suggestopädie! Man könnte vielleicht noch über selbstgsteuertes Lernen / Lernerzentrierung nachdenken, aber was du geschrieben hast, geht meiner Meinung nach wichtige Schritte in die richtige Richtung.

    lg.
    Erich.

    Antworten
    • Marion

      Lieber Erich,
      Du kennst mich ja, ich bin grundsätzlich ein hoffnungsvoller und optimistischer Mensch und mit unserem neuen Konzept wollen wir das natürlich auch die Suggoausbildung tragen. Wir sind ja überzeugt von dem Konzept, wenn es sich – wie wir das eben jetzt mit dem neuen Programm anstreben – an den Herausforderungen des Jetzt und der Zukunft messen lässt.

      Die Idee der Lernerzentrierung und des selbstgesteuerten Lernens haben wir darin auch schon vorgesehen, da wir fest davon überzeugt sind, dass das eigenständige (bei uns selbstorganisierte) Lernen immer wichtiger wird, um selbstbewusste, innovative Menschen zubilden. Darum ist uns ja auch die damit zusammenhängende Rolle des Trainers als Lernbegleiter und das Schaffen von geeigneten Lernwelten (digital oder analog) ein so wichtiges Thema.

      Du bist herzlich eingeladen, unseren Prozess der Erneuerung der Suggestopädie bei der abb mitzugestalten. Denn wir haben – ganz im Sinne unseres Konzeptes – nicht vor, fertige Idee zu präsentieren, sondern gemeinsam mit Mitstreitern innovativ daran zu arbeiten. Damit die Suggestopädie kein cooles Konzept aus den 1960ern bleibt, sondern mit ihrem umfassenden Ansatz das „Lernen leicht und nachhaltig zu gestalten“ auch die Zukunft entscheidend prägt.

      Liebe Grüße

      Marion

      Antworten
  2. Monika Bone

    Liebe Marion,

    danke für diese schönen Formulierungen. Du bringst es auf den Punkt: So leben und lieben wir die Suggestopädie. Gemeinsam mit Ralf hat die WK neue Formate entwickelt. Freut euch auf die aktuellen Karten in der Tool-Box.

    Liebe Grüße
    Monika

    PS: Habt ihr ein Zeitfenster auf dem DGSL-Kongress vorgesehen, um diese Gedanken zu teilen oder stellst du das Manifest für den „Info-Trail“ zur Verfügung?

    Antworten

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