Das 5-Grenzen-Prozessmodell in der Coachingausbildung

Coachingausbildungvon Peggy Kammer

Die Veränderung beginnt bei Dir – das 5-Grenzen-Prozessmodell für Coachs und Berater.

Modelle für Veränderung, Methoden in der Beratung, Werkzeuge im Coaching …. und und und. Die Vielfalt ist für alle, die Menschen in Veränderungsprozessen begleiten, riesig. Und nun noch das 5-Grenzen-Prozessmodell aus der abb-Coachingausbildung?

Ja, zugegeben, es gibt viele Modelle, die man in einer Coachingausbildung kennenlernen kann. Das Charmante an diesem:

Es ist ein Metamodell, wo alle Ansätze ihren Platz finden. Es ist einfach und anspruchsvoll zugleich.

Wenn wir in unserer Coachingausbildung das 5-Grenzen-Prozessmodell das erste Mal vorstellen, nicken alle Teilnehmer heftig. Genau so ist es. Jeder hat in seinem eigenen Leben schon Veränderungen durchlaufen. Mal heftig, mal sanft. Manchmal mit großen Umstürzen im Außen und ein anderes Mal eher im Stillen und in kleineren Schritten.

Wertvoller Leitfaden und Navigationsinstrument

Das Zauberhafte ist: Jeder, wirklich jeder, Veränderungs- und Transformationsprozess geschieht in der Auseinandersetzung mit und der Bewältigung der 5 Grenzen. Das ist für uns als Personen ein wertvoller Leitfaden, wenn wir feststecken oder uns innerlich verlaufen haben.

Wenn wir in einer Rolle – als Coach oder Berater – andere begleiten, ist es unser Navigationsinstrument. Wo ist unser Coachee gerade, was ist die Herausforderung, wie kann ich als Katalysator wirken, welche Grenze ist heiß?

Die 1. Grenze: Unsere Wahrnehmung

Unsere Wahrnehmung, das ist die allererste Grenze, ist meist weniger sensibel und klar, wie wir uns das gern wünschen würden. Wir haben Dinge zu tun, Ziele zu erreichen, sind identifiziert mit speziellen Interessen, haben unsere Annahmen über uns und die Welt und so weiter. Bis die Daten, die uns zu einer Veränderung aufrufen, wirklich unser Bewusstsein erreichen, können manchmal Jahre vergehen.

Als Coach sind wir an dieser Grenze noch nicht gefragt – weil der potenzielle Coachee ja noch gar nichts gemerkt hat. Es sei denn, jemand geht prophylaktisch zum Coach, für alle Fälle. Aber solche Beispiele sind uns nicht bekannt. Leider.

Auch wenn wir als Professionelle erst an der nächsten Grenze ins Spiel kommen, erkunden wir mit unserem Coachee die Signale der Realität. Selten ist das Anliegen des Coachees tatsächlich das eigentliche Thema im Coaching, also das, wo der Saft drin ist.

Die 2. Grenze richtet sich gegen die Information

Die 2. Grenze ist die Grenze gegen die Information. Der Akt des Benennens ist wie eine Geburt. Etwas ist, weil gesagt, in der Welt und kann nun betrachtet und entfaltet werden. Der Name, den wir wählen, entscheidet darüber, wie es weitergeht mit der Information. Beschäftigen wir uns überhaupt tiefer damit, wo suchen wir nach Antworten, welche Erklärungsmodelle greifen wir uns? Die Benennung ist also schicksalhaft für den weiteren Weg. Deshalb ist es hier besonders sinnlos, schnell weiter zu hetzen, um „das Ding ohne Namen“ zu lösen.

Die 3. Grenze ist die Grenze gegen die Bedeutung

Wenn die Kerninformation herausgeschält ist, stehen wir an der Grenze 3: die Grenze gegen die Bedeutung. Und spätestens jetzt wird es ernst. Wenn die Information uns aufruft, tatsächlich etwas zu verändern, kommt unsere innere Vielfalt ins Spiel. Nicht nur verschiedene, sondern meist auch noch gegensätzliche Stimmen in uns, können eine Entscheidung, was wir tun sollten, schwer machen. Was eine Information für uns in einem Kontext wirklich bedeutet, kann manchmal zu einem „oh je“ oder „das geht doch nicht“ führen.

Die 4. Grenze richtet sich gegen die Veränderung des Selbstkonzepts

Wenn die Bedeutung uns an die Grenze dessen führt, womit wir uns identifizieren, sind wir an Grenze 4: die Grenze gegen die Veränderung des Selbstkonzepts.

Nun sind wir nicht ständig aufgerufen, unsere Definition davon, wer wir sind, zu verändern. Das würden wir gar nicht schaffen, schon rein zeitlich. Manchmal reicht es, das eigene Verhalten zu modifizieren, neue Kompetenzen zu entwickeln oder überholte Glaubenssätze über Bord zu werfen. In diesen Fällen geht die Grenze 4 fast butterweich und wir können schnell wieder handeln.

Wenn wir aber im Kern unserer Identität – was gehört zu uns, was nicht – berührt sind, wenn es um die Frage geht: Wer erlaube ich mir zu sein?…. Dann ist die Zeit für eine Transformation gekommen.

Hier wartet dann ein großes Forschungsfeld auf uns. Wir erkunden unsere Geschichte, wie wir zu dem oder der geworden sind, der oder die wir (bislang) sind. Und wir begegnen unserem größten Widersacher, dem inneren Kritiker. Das ist eine anspruchsvolle Grenze, weil sie mit unserer Identität auch unsere Zugehörigkeit erschüttert.

Die 5. Grenze ist die Grenze gegen das Handeln

Wenn die 4. Grenze gemeistert ist, wird alles leicht. Könnte man meinen. Gestärkt und voller Tatendrang wollen wir nun zurück in die Welt und die 5. Grenze, die Grenze gegen das Handeln, meistern. Wir wollen anders handeln, wollen unsere Erkenntnisse nutzen, unsere Erfahrungen teilen.

Unser Coachee wird mit der Rückkehr sein Umfeld an die 1. Grenze führen und es irritieren. Meist ist das gar nicht beliebt. Für diesen Schritt müssen wir unseren Coachee also gut rüsten und vorbereiten.

Die Realität und Herausforderung für uns als Coachs

Wir können andere nur dort begleiten, wo wir schon gewesen sind. Deshalb müssen wir unser wichtigstes „Werkzeug“ entwickeln – uns selbst.

Der 5-Grenzen-Prozess läuft, fast in Lichtgeschwindigkeit, ständig ab und gleichzeitig ist er das Muster in langfristigen Veränderungen. Die Prozesse sind miteinander verwoben und drehen Schleifen – kurzfristig, mittelfristig und langfristig.

Die 5 Grenzen durchläuft nicht nur der Coachee, sondern auch der Coach. Und das nicht nur im normalen Leben, sondern unmittelbar im Hier und Jetzt, während beide miteinander arbeiten.

Darüber hinaus sind die 5 Grenzen nicht nur ein Prozessmodell, sondern auch ein Strukturmodell…. Na, wenn das nicht anspruchsvoll ist?

Die gute Nachricht:

Bei jedem Veränderungsprozess sind wir danach ein bisschen mehr wir selbst, wir sind freier und wirkungsvoller. Und das macht doch Lust auf mehr, oder?

Das 5-Grenzen-Prozessmodell in der Coachingausbildung:

Das 5-Grenzen-Prozessmodell steht im Mittelpunkt der abb-Coachingausbildung mit Rainer Molzahn und Peggy Kammer als Ausbildungstrainer. Weitere Informationen zur Coachingausbildung: www.abb-seminare.de/coachingausbildung


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2 Kommentare zu “Das 5-Grenzen-Prozessmodell in der Coachingausbildung”

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